Dunkle, kalte Wintertage schlagen vielen Menschen aufs Gemüt: Das Stimmungsbarometer sinkt in der Winterzeit in den Keller. Jeder dritte Deutsche leidet unter dem saisonalen Seelenblues, ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Das können Sie tun, um wieder auf die Sonnenseite des Lebens zurück zu finden.
Quelle: Prof. Dr. Jürgen Zullay, Psychologe und Chronobiologe aus Regensburg; Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe; York Scheller, Psychologe bei der Techniker Krankenkasse
Lichtmangel löst Stimmungstief aus
Ausgelöst wird das winterliche Stimmungstief hauptsächlich durch Lichtmangel. In der kalten Jahreszeit ist die Anzahl der Sonnenstunden deutlich geringer als im Sommer. Zudem sind die meisten Menschen weniger draußen und damit auch noch weniger dem Licht ausgesetzt.
Mit weniger Licht produziert der Körper verstärkt das Schlafhormon Melatonin. Es macht uns müde und antriebslos, vor allem drückt es die Stimmung. Allerdings spricht man erst von einer Winterdepression, wenn das Leiden zwei Jahre in Folge klar begrenzt auf die Wintermonate hin aufgetreten ist.
Spaziergang hilft
Tageslicht stellt darum bei einer leichten Saisonal abhängigen Winterdepression die einfachste Therapie dar. Ein täglicher ausgedehnter Spaziergang hilft schon. Selbst an trüben Tagen liegt die Lichtstärke draußen noch bei 2000 Lux. Das ist deutlich mehr als im künstlich beleuchteten Zimmer. Dort ist es nämlich ca. zwischen 500 und 600 Lux hell.
Bewegung bringt Stoffwechsel auf Touren
Positiver Nebeneffekt eines Spaziergangs ist, dass auch der Stoffwechsel in Gang kommt. Durch die Bewegung kommt der "schlafende" Stoffwechsel auf Touren. Sport weckt die müden Geister und steigert das psychische Wohlbefinden, weil der Körper Hormone wie Endorphin, Serotonin und Dopamin ausschüttet. Das macht uns glücklicher.
Urlaub im Süden hilft
Wer es einrichten kann, dem ist auch mit Urlaub im Süden oder im schneebedeckten Gebirge geholfen. Dort ist die Lichtintensität höher und damit auch die Stimmung gut.
Hilfe durch Lichtlampen
Hilfe bringt auch ein Lichttherapiegerät. Zu kaufen gibt es das in Luxstärken zwischen 2000 und 10.000 Lux. Die Mediziner raten zu einer möglichst hohen Luxzahl. Bei 10.000 Lux reicht es täglich aus, sich rund 30 Minuten bestrahlen zu lassen. Diese Zeit wird länger, je geringer die Luxstrahlung der Lampe ist.
Wichtig ist dabei der Lichteinfall ins Auge, denn die Melantoninausschüttung wird nur dann reduziert. Schädlich UV-Strahlung gibt es bei diesen Lampen nicht. Die Anschaffungskosten in Höhe von 400 bis 800 Euro erstattet in der Regel allerdings die Krankenkasse nicht.
Johanniskrautöl lindert
Helfen kann auch die hochdosierte Einnahme von Johanniskrautöl. Diese gibt es in verschiedener Darreichungsform freiverkäuflich in der Apotheke. Eine Nebenwirkung dieses Medikaments ist allerdings eine höhere Lichtempfindlichkeit.
Helle Farben heitern auf
Ebenso raten die Experten auch dazu, den Wohnraum möglichst hell zu gestalten, ihn auch tagsüber voll zu beleuchten und selbst im Kleiderschrank zu kräftigen, frischen und fröhlichen Farben zu greifen. Sie helfen der Stimmung besser als Modefarben wie Schwarz und Grau.
Dann müssen Sie unbedingt zum Arzt
Wenn diese leichten Maßnahmen keine Linderung bringen, oder aber die Lustlosigkeit, Antriebsschwäche und weitere Symptome über die Wintermonate hinaus anhalten, dann ist es unbedingt notwendig, einen Psychologen oder Neurologen aufzusuchen. Angeraten ist dies auch, wenn die Müdigkeit und Antriebsschwäche dazu führen, dass Sie Ihren täglichen Aufgaben nicht mehr in gewohntem Maße nachkommen können.
Medikamentöse und psychotherapeutische Hilfe
Winterdepressionen können - treten sie in starker Form auf - starke depressive Beschwerden verursachen und sogar zu Selbstmordgedanken führen. In diesem Fall muss sie unbedingt vom Arzt medikamentös und psychotherapeutisch behandelt werden.