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Herz-Kreislaufsystem entlasten: An den fetten Tagen die richtigen Fette verwenden

VON TANJA WALTER - zuletzt aktualisiert: 22.12.2012 - 16:00

Düsseldorf (RPO). Fett ist als Krankmacher verteufelt. Viele Wohlstanderkrankungen gehen auf einen zu hohen und falschen Fettkonsum zurück. Dabei kann Fett in Maßen auch gesund sein. Allerdings nicht das der Weihnachtsgans.

Wer morgens aus seinem Müsli die Haselnüsse herauspult, weil er sie für einen schlechten Fettlieferanten hält, der tut der Gesundheit nichts Gutes. Denn Nüsse liefern uns mehrfach ungesättigte Fettsäuren, ähnlich wie auch Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Distelöl und Weizenkeimöl. Unser Körper kann sie nicht selber produzieren. Sie sind Bestandteil pflanzlicher Fette und im Gegensatz zu den ungesättigten Fettsäuren essentiell lebensnotwendig, allerdings auch das nur in Maßen. Von etwa 70 bis 90 Gramm Fett sollte nach Angaben des Ernährungsinformationsdienstes rund die Hälfte des Tagesbedarfs eines Erwachsenen aus hochwertigen Ölen und Fetten sein. Das entspricht etwa drei bis vier Esslöffeln Öl.

Info

Lesetipp

Informationen rund um Fette, fettarme Ernährung und Fettfallen findet man in der Broschüre Fettbewusst essen, aid Informationsdienst Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V. unter www.aid.de

Bei der Zubereitung von Festtagsmenüs kann man zudem guten Gewissens auf Raps- oder Olivenöl zurückgreifen. Diese enthalten wie auch Avocados und Mandeln einfach ungesättigte Fettsäuren. Sie senken unseren Blutfettspiegel, weil sie Cholesterin abbauen. Dadurch wird das Herz-Kreislauf-System geschützt und der Bildung von Blutgerinnseln vorgebeugt.

Schlechtes Fett, das bleibt

Das, was wir allerdings in viel zu großer Menge zu uns nehmen, sind in der Regel gesättigte Fettsäuren. Wir essen gerne Wurst, Fleisch, Butter, Milchprodukte und das nicht nur zu den Festtagen. Die darin enthaltenen Fettsäuren sind tierischen Ursprungs und belasten unseren Organismus mit schädlichem LDL-Cholesterin. Auch Backwaren, Süßigkeiten, Fertiggerichte oder Fast Food enthalten gesättigte Fettsäuren. Fettpolster, die sich auf Hüften, Bauch un Po ansiedeln und auch in Organen zu Verfettung führen, gehen auf diese Fette zurück. Sie sind im wahrsten Sinne des Wortes dort hängen geblieben. In einem Kreislauf werden Körperzellen mit bestimmten Proteinen versorgt, die über LDL-Partikel transportiert werden. Nicht mehr benötigtes Cholesterin wird dagegen an HDL-Partikel gebunden, zur Leber zurück transportiert und dort abgebaut.

Ungesund wird es in dem Moment, in dem das Verhältnis von HDL und LDL nicht mehr stimmt. Ein hoher HDL-Wert wirkt sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) positiv und gesundheitsschützend aus. Ein hoher Cholesterinspiegel hingegen führt dazu, dass sich LDL-Cholesterin an den Gefäßwänden ablagert. Es entsteht eine Arteriosklerose. Je mehr sogenannter "Plaque" sich bildet und die Arterien verengt, desto schlechter werden die Organe mit Blut, Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgt. Das kann letztendlich zum Verschluss des Gefäßes mit der Folge Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.

Fisch statt Fleisch

Aus diesem Grund raten Ernährungsexperten dazu, mehrmals in der Woche Fisch zu verzehren. Auch er enthält zwar tierische Fette, die sind aber im Unterschied zu den gesättigten Fettsäuren aus Fleisch und Wurst gut für die Gesundheit. Kaltwasserfisch enthält nämlich mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-Fettsäuren.

Forscher fanden, heraus, dass es unter den grönländischen Eskimos kaum Herzkrankheiten gibt, obwohl sich die Menschen dort alles andere als fettarm ernähren. Den Grund dafür ermittelten die Wissenschaftler im hohen Fischkonsum der Eskimos. Sie nehmen große Mengen an Omega-3-Fettsäuren zu sich. „Sie sind unentbehrlich für die Entwicklung der Gehirnfunktion und die Immunabwehr, mindern die Entzündungsneigung im Gewebe, hemmen die Blutgerinnung und damit die Thrombosegefahr“, erklären Fachleute des aid Informationsdienstes Ernährung zum Thema „Fettbewusst leben“.

Omega-3 nicht als Nahrungszusatz nehmen

Vor allem Schwangere sollten auf eine ausreichende Versorgung mit diesen Fetten achten, denn sie sind bereits für die gesunde Entwicklung des Ungeborenen wichtig. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren und Stillenden täglich rund 200 Milligramm Omega-3-Fettsäuren aufzunehmen. Diese Menge nehmen automatisch zu sich, wenn sie zweimal in der Woche Fisch essen. Auf eigene Faust zu Nahrungsergänzungsmitteln zu greifen, davon raten die Fachleute allerdings ab.

Neben der Verbraucherzentrale empfehlen auch Ernährungsinstitute und –fachleute, es bei der natürlichen und gezielten Aufnahme an Omega-3-Fettsäuren zu belassen und nicht auf Nahrungsmittel zurückzugreifen, denen künstlich diese Fettsäuren zugesetzt sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) weist in einer Stellungnahme auf eine verstärkte Blutungsneigung bei hoher Dosis an Omega-3-Fettsäuren hin. Gefährlich kann zu viel Omega-3 für Kinder sein, hält das BfR fest: Durch eine Überdosis kann sich der Blutdruck der Sprösslinge erhöhen.

Quelle: wat/csi

 
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