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Capsaicin: Chili-Wirkstoff senkt Bluthochdruck

zuletzt aktualisiert: 06.08.2010 - 17:08

Cambridge (RPO). Das scharfes Essen durchaus Vorzüge besitzt, wird am Beispiel des Chili besonders deutlich. Unter anderem hat der Chili-Scharfmacher Capsaicin eine entspannende Wirkung auf die Blutgefäße und senkt dadurch den Blutdruck.

Das haben chinesische Forscher an Laborratten gezeigt, die unter chronischem Bluthochdruck litten. Die kontinuierliche Aufnahme von Capsaicin über die Ernährung führte bei den Versuchstieren zu einer vermehrten Ausschüttung von Stickstoffmonoxid. Dieser Botenstoff führt zur Entspannung der Blutgefäße, erklären die Wissenschaftler das Wirkprinzip des scharfen Inhaltsstoffs der Chilischote.

Einen Hinweis darauf, dass Capsaicin auch beim Menschen den Blutdruck senkt, sehen die Wissenschaftler in der geringeren Verbreitung von Bluthochdruck bei Bevölkerungsgruppen mit hohem Chili-Konsum. Über ihre Ergebnisse berichten die Forscher von der Third Military Medical University in Chongqing im Fachmagazin "Cell Metabolism" (doi 10.1016/j.cmet.2010.07.005).

Frühere Studien deuteten bereits auf eine kurzfristige blutdrucksenkende Wirkung des Capsaicins hin. Die Forscher konnten diesen Zusammenhang jetzt in einer Langzeitstudie bestätigen, bei der die Versuchstiere über einen Zeitraum von sieben Monaten kontinuierlich Capsaicin zu sich nahmen. Die eingesetzten Ratten stammten aus einer speziellen Zuchtlinie mit chronischem Bluthochdruck.

An Ratten getestet

Die capsaicinreiche Diät führte bei ihnen zu deutlich besseren Blutdruckwerten im Vergleich zur Normalkost bei den unbehandelten Versuchstieren. Der niedrigere Blutdruck ging dabei mit erhöhten Werten von Stickstoffmonoxid in den Blutgefäßen der behandelten Ratten einher - einem Wirkstoff, dessen Bedeutung für die Funktion der Blutzirkulation bereits lange bekannt ist.

Die konkrete Wirkung von Capsaicin auf den Blutdruck des Menschen soll jetzt das nächste Ziel der Forschung sein, so die Wissenschaftler. Ihnen zufolge gibt es für den positiven Effekt eines hohen Chilikonsums allerdings schon jetzt Hinweise: In Regionen Chinas, in denen die Bevölkerung ihre Speisen traditionell stark mit Chili würzt, neigen nur etwa 10 bis14 Prozent zu Bluthochdruck im Vergleich zu 20 Prozent in Bevölkerungsgruppen mit geringerem Chilikonsum.

Für Menschen, die nicht so gerne scharf essen, gibt es laut den Forschern auch milde Chilisorten, die einen dem Capsaicin ähnlichen Wirkstoff enthalten. Dieser soll die gleichen positiven Eigenschaften haben, aber nicht so scharf schmecken.

Quelle: DDP/anw/kpl

 
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