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Das haut Magen und Verdauungstrakt um: Die häufigsten Festtagskrankheiten

VON TANJA WALTER - zuletzt aktualisiert: 26.12.2011 - 12:42

Düsseldorf/Krefeld (RPO). Mancher freut sich auf die Festtage und schöne Stunden bei ausgedehnten Festessen. Für den Verdauungstrakt aber ist es eine Tortur. Leiden wie Sodbrennen, Blähbauch, Völlegefühl oder Verstopfung quälen viele über die Festtage. Das können Sie dagegen tun.

Braten mit Klößen, ein Glas Wein dazu und zum Nachtisch Tiramisu – solch üppiges Essen bekommt nicht jedem gut. Über die Festtage verschärfen sich bei manchem die Probleme mit Magen, Darm und Speiseröhre. Jeder Dritte hat nach üppigen Mahlzeiten mit Sodbrennen zu tun. Es gehört zu den häufigsten Beschwerden des Magen-Darm-Traktes.

Nicht nur üppige Speisen provozieren den Ärger in der Speiseröhre. Auch zu viel Alkohol triggert das Problem. In leichten Fällen, in denen es gelegentlich nach üppigen Mahlzeiten auftritt, kann man sich kurzfristig mit Säureblockern aus der Apotheke helfen. Schlückchenweise kann zudem stilles Mineralwasser den Magensaft verdünnen. Menschen aber, die dauerhaft mit Sodbrennen zu tun haben, sollten dringend den Gastroentereologen aufsuchen, denn der Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre kann zu einer Vorstufe von Krebs führen.

Magensaft löst Metall auf

Magensaft hat es nämlich in sich: Er wirkt stark ätzend, was für die Verdauung im  Magen kein Problem ist. Der Magen selbst nämlich ist durch eine widerstandsfähige Schleimhaut vor der Säure aus Galle und Magensaft geschützt. Die Verdauung der Speisen richtet darum dort keinen Schaden an. Kommt es jedoch ständig zu einem Rückfluss der ätzenden Magen- oder auch Gallensäure in die Speiseröhre, nimmt diese Schaden und entzündet sich. „Die Säure ist so aggressiv, dass sie sogar Metall auflösen kann“, erklärt Dr. Arne Boekstegers, Gastroenterologe aus Essen.

Ein brennender Schmerz hinter dem Brustbein, der manchmal für ein Herzproblem gehalten wird, saures Aufstoßen oder Völle- und Druckgefühle im Oberbauch können hinweise auf Sodbrennen sein. Auch chronischer Husten, Heiserkeit oder dauernde Halsschmerzen können Auswirkungen eines an sich unbemerkten Refluxes sein. 60 Prozent aller Asthmakranken haben laut Boekstegers einen nächtlichen Rückfluss, den sie nicht bemerken. Zwischen Speiseröhre und Bronchien gibt es eine Art Reflex-Netz. Durch die Reizung der Speiseröhre verengen sich dann sie Bronchien in der Lunge.

Barrett-Syndrom als Krebsvorstufe

Hat die chemische Reizung der Speiseröhrenschleimhaut durch chronischen Reflux allzu lange angehalten, können sich deren Zellen umwandeln, und das sogenannte Barrett- Syndrom droht. Es existiert in diversen Erscheinungsformen und Längenstadien und ist für den Erhalt der Gesundheit insofern bedenklich, als der „Barrett“ als Präkanzerose gilt – also als Vorstufe zum Krebs der Speiseröhre.

„Neue Studien zeigen aber, dass nur einige wenige Barrett-Fälle tatsächlich in einen Krebs übergehen“, sagt Professor Thomas Frieling, Chefarzt am Helios Klinikum Krefeld. Ist die Schleimhaut schon massiv verändert, um- oder neugebildet (Dysplasien), sollte der Arzt über eine Entfernung des Barrett-Segments nachdenken; Gewebeproben zeigen das Ausmaß der Erkrankung. "Doch nicht immer muss Sodbrennen zu solch massiven Krankheitsverläufen führen“, erklärt der Essener Gastroenteologe.

Blähbauch und Völlegefühl

Oft wird über die Festtage so viel Nahrung aufgenommen, dass der Verdauungsapparat sie gar nicht in der Geschwindigkeit verdauen kann, in der neue Speisen nachkommen. Entenbraten mit Rotkohl, Klöße mit einer sämigen Soße und anschließend noch ein Dessert kann den Magen aber auch auf andere Weise überfodern: Der Blähbauch quält manchen über Tage. "Nach üppigem Festschmaus hilft am besten Bewegung", rät darum DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. Ein ausgedehnter Spaziergang an der frischen Luft regt den Kreislauf und den Verdauungstrakt an. Der Verdauungsspaziergang hat also seine Berechtigung. Kontrakproduktiv hingegen ist es, sich nach dem Tafeln zum Mittagsschläfchen auf die Couch zu legen.

Fenchel- und Kamillentee beruhigen den zu vollen Magen. Weihnachtsgewürze wie Ingwer und Anis unterstützen die Verdauung und helfen gegen Blähungen und Übelkeit. Diese Tortur lässt sich gleich umgehen, indem man fettarm und leicht kocht.

Brummschädel - Die Krankheit im Kopf

Ein guter Tropfen darf zu Weihnachten bei vielen auch nicht fehlen. Wer jedoch zu viel davon genießt, kämpft am nächsten Tag mit einem Brummschädel. „Zu viel Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit“, erklärt Dr. Elisabeth Thomas. „Dann fehlen wichtige Mineralstoffe.“ Um den Verlust auszugleichen, am besten viel Wasser oder Tee trinken und salzig essen. Die Klassiker für den Morgen danach sind Salzgurken, Matjessalat oder Rollmöpse. Wer seinen Magen lieber etwas Ruhe gönnen will, versucht es mit Gemüsebrühe und Salzstangen. Obst und Vollkornprodukte helfen der Leber, den Alkohol abzubauen. Denn der Körper muss sich für das nächste Fest regenerieren. Silvester steht vor der Tür!

Quelle: wat/chk/rm/das

 
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