Besser nicht hinschauen: Leckeres zu sehen, macht Appetit
zuletzt aktualisiert: 24.01.2012 - 18:01München (RPO). Jetzt ist wissenschaftlich bewiesen, was der Laie schon immer wusste: Allein der Anblick leckeren Essens macht Appettit. Was wir bislang aber nicht wussten ist, was dazu führt.
„Vermeiden Sie das Betrachten von appetitlichen Speisen, sie werden sonst hungrig!“ So oder ähnlich könnte zukünftig die Empfehlung eines Diätberaters lauten. Seit Langem geht man davon aus, äußere Reize wie Geruch und Anblick von Speisen sich auf unser Hungergefühl auswirken. Die Gefahr, dass es dadurch zur Nahrungsaufnahme kommt, obwohl der Energiestatus des Körpers dies gar nicht benötigt, ist hoch. Denn es sind nicht nur die Gummibärchen, die der Kollege auf dem Schreibtisch neben uns stehen hat, oder die Einladung zum hemeinsamen Mittagessen. Auch können wir uns kaum der Werbung entziehen, die ständig auf unser inneres Verlangen lauert.
Nun also ist es wissenschaftlich bewiesen: Wir müssen das leckere Essen nur sehen und schon sind wir beinahe willenlos geliefert. Schul daran ist ein Hormon mit dem Namen Ghrelin. Max-Planck-Forscher untersuchten in einer Studie gesunde Männer Max-Planck-Forscher wiesen wissenschaftlich nach, dass sich die Menge dieses Eiweißhormons im Blut durch die optische Stimulation mit Bildern von Nahrungsmitteln erhöht.
Das Hormon Ghrelin steuert als Hauptregulator sowohl unser Essverhalten als auch körperliche Prozesse zur Nahrungsverwertung. Die Untersuchungsergebnisse dokumentieren, außerdem die allgegenwärtige Präsenz von appetitanregenden Lebensmitteln in den Medien zur Gewichtszunahme in der westlichen Bevölkerung beitragen könnte.
„Unsere Studienergebnisse zeigen erstmalig, dass die Ausschüttung von Ghrelin ins Blut zur Regulation der Nahrungsaufnahme auch durch äußere Faktoren gesteuert wird. Unser Gehirn verarbeitet also diese optischen Reize, und ohne willentliche Kontrolle werden die körperlichen Prozesse gestartet, die unser Appetitempfinden steuern. Ein Mechanismus, der uns dazu verleiten könnte, bereits zwei Stunden nach dem Frühstück ein Stück Kuchen zu verzehren“, sagt Petra Schüssler, Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut. Sie empfiehlt daher Menschen mit Gewichtsproblemen, den Anblick von Bildern appetitlicher Lebensmittel möglichst zu vermeiden.
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