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Zimt und Co. sind gut für die Gesundheit: Mehr als nur ein Weihnachtsgewürz

VON TANJA WALTER - zuletzt aktualisiert: 23.12.2011 - 07:36

Bonn (RPO). Der würzige Duft von Anis, Lebkuchengewürz und Zimt, der in der Weihnachtszeit durch die Küchen zieht, erzählt so manche Abenteuergeschichte: Karawanen arabischer Kaufleute, beladen mit Gewürzen aus Indien. Heute sind die weit gereisten Gewürze für jedermann erschwinglich. Manche von ihnen haben sogar eine heilende Wirkung.

Die klassischen Weihnachtsgewürze wie Zimt, Anis, Nelken und Ingwer heben mit ihrem herrlichen Duft nicht nur die Stimmung in der dunklen Jahreszeit. Sie erweisen sich obendrein als nützlich für die Gesundheit und beruhigen so manch überladenen Magen an den Festtagen. Duftende Gewürze verleihen vielen Speisen, Tees und auch Gebäck den für diese Zeit typischen Geschmack.

Kardamon schon vor 2000 Jahren geschätzt

Wer an einem Leb- oder Pfefferkuchen schnuppert, der erkennt einen kampferartigen Geruch, der auch den Liebhabern indischer Gewürztees vertraut ist: Kardamom. So spektakulär wie die fingernagelgroße Kapselfrucht schmeckt, sieht sie allerdings nicht aus. Unscheinbar verbergen sich hinter einer faserigen, spröden Schale kleine Samen von etwa zwei Millimetern. In noch unreifem Zustand werden die aromatischen Früchte geerntet und anschließend getrocknet. Im Handel bekommt man Kardamon meist als gemahlenes Produkt. In der indischen Küche und Medizin wird das Gewürz schon seit rund 2000 Jahren geschätzt.

Denen, die an den Feiertagen zu viel zugeschlagen haben, hilft das mit dem Ingwer verwandte Gewürz besonders: Kardamon ist nämlich für seine verdauungsfördernde und krampflösende Wirkung bekannt, so der Informationsdienst Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Er löst Krämpfe und wirkt Mundgeruch entgegen. In vielen Gewürzmischungen haben wir ihn zur Hand. Mit seinem herben Aroma, das auch mit dem Duft von Nadelholz und Kampfer verglichen wird, werden in der indischen Küche gerne deftige Fleischgerichte abgerundet.

Nur die echte Vanille wirkt

Echte Vanille ist nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt. Das mag der Grund dafür sein, dass die Lebensmittelindustrie den Geschmack und auch Geruch der sogenannten „Königin der Gewürze“ überaus gerne kopiert und als künstliches Vanillearoma in viele Fertigprodukte hineinmischt. Die Vanillinsubstanz kann nach Informationen des Instituts für Anorganische und Analytische Chemie der TU Clausthal aus sich zersetzendem Holzmehl herausgelöst werden.

Auch außerhalb der Weihnachtszeit begleitet uns Vanille als harmonisches Gewürz in Süßspeisen und Kuchen vieler Art. Kaum einer weiß, dass das beliebte Gewürz auch einen Gesundheitseffekt mit sich bringt: Vanille gibt Kraft, vertreibt die Müdigkeit, beruhigt, stärkt die Nerven und unterstützt die Nierentätigkeit. Ursprünglich stammt das Orchideengewächs aus dem mexikanischen Regenwald. Schon die Ureinwohner Südamerikas kannten die Vanille als Zutat und als Aphrodisiakum. In vielen europäischen Klöstern war es aus diesem Grund lange Zeit verboten. Dabei wachsen wir mit dem Geschmack der Vanille quasi auf.

Anis nach üppigen Mahlzeiten

Viele Weihnachtsbäcker verwenden Anispulver zum Verfeinern von Plätzchen und Springerle. Der sogenannte „süße Kümmel“ verleiht auch Likören wie Pastis, Anisette oder Ouzo ihren typischen lakritzähnlichen Geschmack Dennoch aber ist Anis mehr als nur ein Aromaträger. Schon im alten Ägypten wurde der getrockenete Samen als Heilmittel genutzt und zur Nervenberuhigung und Verdauungsförderung eingesetzt. Bis heute ist der Anis als Heiltee beliebt. Auch die alten Römer schätzten seine verdauungsfördernde Wirkung und aßen würzige Kuchen mit Anis nach jedem üppigen Mahl.

Ingwer macht warm

Ingwer ist als Schleimlöser beliebt, weshalb er oft auch als Erkältungsmittel eingesetzt wird. Er gibt in Schokoplätzchen eine ebenso gute Figur ab wie in Früchtekompott oder auch am Lammbraten. Als wärmendes Getränk kann man die leicht scharfe Wurzel auch als Tee aufbrühen. Dazu schält man den Ingwer, schneidet fünf dünne Scheiben ab und brüht daraus mit heißem Wasser einen Tee, den man zehn Minuten ziehen lässt.

Sanfter im Geschmack als Ingwer, jedoch stärker in der Wirkung ist Zimt. Als Rohprodukt gibt der Zimt schon als Dekoartikel in der vorweihnachtlichen Zeit eine gute Figur ab: Die hellbraunen gerollten Rindenstücke stammen vom 20 Meter hohen Ceylonzimtbaum und finden ganz oder vermahlen ihren Einsatz. Sie geben Glühwein, Zimtsternen und manch anderen weihnachtlichen Speisen die für sie typische Geschmacksnote. Wie dem Ingwer bescheinigen Ernährungsexperten auch dem Zimt eine verdauungsfördernde und schleimlösende Wirkung. Zudem soll er Durchblutung und Kreislauf anregen.

Nelken helfen bei Zahnweh

Nelken verfeinern als typisches Wintergewürz neben Gebäck auch viele warme Speisen. Sie sind wichtigster Bestandteil von Lebkuchengewürzen und dürfen aber auch im weihnachtlichen Wildbraten und in Rotkohl nicht fehlen. Gewürznelken sind die getrockneten Blütenknospen des immergrünen Gewürznelkenbaums. Das in den Gewürznelken enthaltene ätherische Öl Eugenol regt die Bildung von Magensaft und Galle an und wirkt somit verdauungsfördernd. Aufgrund seiner schmerzstillenden und antibakteriellen Wirkung wurde es früher gern bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen verwendet.

 

Quelle: wat/chk

 
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