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Alkohol im Karneval: Experte: Eltern müssen Kinder schützen

zuletzt aktualisiert: 24.02.2011 - 14:51

Düsseldorf/Mainz (RPO). Gerade in der närrischen Zeit ist für Kinder und Jugendliche die Versuchung groß, zur Flasche zu greifen. Dabei kann bereits der einmalige Alkohol-Missbrauch für den jungen Körper gefährlich werden, warnen Experten. Sie sehen vor allem die Eltern in der Pflicht. 

Oftmals unterschätzten die Eltern den Alkoholkonsum ihrer Kinder oder wüssten gar nichts davon, sagen die Experten. Empfehlenswert sei es, mit dem Kind auch während der Karnevalsfeiern ständig in Kontakt zu bleiben. So könnten beide Seiten regelmäßige Telefonate im Laufe des Tage vereinbaren. Sinnvoll seien auch feste Uhrzeiten, zu denen der Nachwuchs zu Hause sein soll.

Frühes Einstiegsalter

Das Einstiegsalter für Alkohol liege bedeutend unter der gesetzlich erlaubten Grenze von 16 Jahren, betont Nina Roth, Leiterin des Büros für Suchtprävention in der Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG). "Bereits ein Drittel aller 15-Jährigen war bereits mindestens zweimal im Leben betrunken", sagt Roth. Eltern, aber auch Karnevalsvereine und Veranstalter von närrischen Partys und Umzügen seien in der Pflicht, diesem Trend entgegen zu wirken.  

Laut einer aktuellen Studie ist die Zahl der Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren, zwar rückläufig. Auf "nur" noch 13 Prozent traf das im vergangenen Jahr zu, während noch 2004 jeder Fünfte in diesem Alter regelmäßig zu Alkohol gegriffen hat. "Alkohol ist aber nach wie vor das Suchtmittel Nummer eins bei jungen Menschen", sagt BZgA-Direktorin Elisabeth Pott. Und schon der einmalige Missbrauch ist gerade für Jüngere gefährlich.

Bereits ab 0,5 Promille Alkohol im Blut kann ein Kind das Bewusstsein verlieren. Die Gefahr besteht, dass es ohne Anzeichen eines Rausches in eine tiefe Betäubung fällt. Doch auch für ältere Jugendliche können die Folgen des hemmungslosen Zechens dramatisch sein. So ist laut BZgA das Unfallrisiko zehnmal höher als normal. Die Gewaltbereitschaft nehme zu. Dazu verzichtet jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Junge zwischen 14 und 17 Jahren unter Alkohol-Einfluss beim Geschlechtsverkehr auf ein schützendes Kondom.

Sammelstellen für alkoholisierte Jugendliche

In der närrischen Zeit wollen die Ordnungskräfte deshalb in den Städten des Rheinlands verstärkt darauf achten, dass die jüngeren Karnevalisten in Maßen trinken, und in Zweifelsfällen noch häufiger nach den Personalausweisen fragen. In Düsseldorf sollen zudem ab der Weiberfastnacht Sammelstellen für alkoholisierte Jugendliche und Kinder eingerichtet werden, wo Fachleute die Betroffenen betreuen, bis die Eltern sie abholen.

Die Drogenhilfe ermuntert Eltern allgemein dazu, den Jugendlichen vorab klare Grenzen zu setzen, damit sie lernen, mit Alkohol verantwortungsvoll umzugehen. Gemeinsam sollten sie Regeln festsetzen und über Sanktionen bei Verstößen sprechen. "Wichtig ist, dass angedrohte Strafen dann auch durchgesetzt werden", mahnt die Drogenhilfe. Durch Zuhören und Interesse an der Meinung der Kinder und den Ritualen der Gruppe könnten Eltern erfahren, was diese wirklich denken. Aufklärung über Gewaltbereitschaft, Sex und Straftaten unter Alkohol sollten Eltern auch in renitenten Phasen ihrer Kinder nicht scheuen.

Quelle: apd/top

 
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