Foto: Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Von Juni bis August treibt die gefährliche Herkulesstaude ihre Blüten aus. Meterhoch rankt die Pflanze in die Höhe. Ihr Saft verursacht schwere Hautschäden und Pigmentstörungen, die oft Jahre lang zu sehen sind. In der Region wird vielerorts schon seit Jahren gegen die aggressive Staude gekämpft. So mühen sich Städte un Kreise in unserer Region.
In Düsseldorf auf das Dauerproblem eingestellt
Die Ausbreitung der Herkulesstaude am Niederrhein nimmt zu. In Düsseldorf kartiert das Gartenamt seit meheren Jahren das Vorkommen und benennt rund 45 bekannte Flächen, auf denen die Pflanze auf städtischem Gebiet wächst. Die stadt hat sich auf die Staude als Dauerproblem eingestellt und nach Angaben des stellvertretenden Amtsleiters, Thomas Eberhardt-Köster, bereits Routinen entwickelt, das Problem zu kontrollieren. Er weist vor allem auf die Gefahr hin, die für spielende Kinder nicht offensichtlich ist: Sie spielen gerne in Feldern dieser großwüchsigen Pflanze und wissen nicht von dem Gift, das ihre Haut verbrennt.
Flächen, die im Kreis Viersen stärker befallen sind
Seit fast 20 Jahren werden bei der unteren Landschaftsbehörde in Viersen Fundortdaten zur Herkulesstaude gesammelt. Derzeit sind es 70 Wuchsplätze, die dort offiziell bekannt sind. Demnach breitet sich die Staude vor allem im Siedlungsumfeld und an Waldwegen ab. Auch, wenn die Staude im Kreis Viersen überwiegend kleinflächig wächst, gibt es dennoch auch Flächen über 1000 Quadratmeter, die in Willich-Schiefbahn und in Nettetal-Oberbocholt vom giftigen Riesen-Bärenklau überwuchert werden.
Ungehindertes Wachstum in Krefeld
Der kleine Weg "Hüttensteig" ist eine Abkürzung, die viele in Krefeld zwischen Benrad, Lindental und Weeserweg nutzen. Hier breitet sich bereits seit jahren die Herkulesstaude ungehindert aus und stellt vor allem für Fußgänger und Radfahrer eine Gefahr dar. Sie können den meterhohen Pflanzen kaum ausweichen.
Das Gelände, auf dem die Stauden mit dem giftigen Pflanzensaft wachsen, gehört der Hafenbahn Krefeld.
60 Standorte in Mönchengladbach bekannt
Auch in Mönchengladbach hat sich die Herkulesstaude in den letzten Jahren im gesamten Stadtgebiet ausgebreitet. Bisher sind hier rund 60 Standorte der giftigen Staude bekannt. Um die Bestände zurückzudrängen, geht die Stadtverwaltung aktiv gegen die Verbreitung dieser eingeschleppten Pflanzenart vor. Durch Ausgraben konnten schon zahlreiche Stellen von der Herkulesstaude befreit werden.
Die Verwaltung bekämpft die Staude auf öffentlichen Grundstücken. Auf privaten Flächen sollten die Grundstückseigentümer, so die Empfehlung des Fachbereichs Umweltschutz, ebenso konsequent gegen die Ausbreitung des Riesen-Bärenklau vorgehen.
Korschenbroich wird der Staude nicht Herr
In Korschenbroich ragen die meterhohen Stauden an Wirtschaftswegen, Straßenränden und auch an Schulwegen in den Himmel. Besonders im Raderbbroicher Wald wächst die Herkulesstaude stark. Der Umweltexperte der Korschenbroicher Stadtverwaltung, Theo Verjans, glaubt nicht mehr daran, dass man die schwer zu bekämpfende Pflanze wieder unter Kontrolle bringen kann. Sie hat sich in den letzten Jahren vermehrt ausgebreitet.
Eine Pflanze bildet bis zu 50.000 Samen, die sich durch den Wind und eingeklemmt in das Profil von Autoreifen rasant schnell und aggressiv weiterverbreiten.
Meerbusch bangt um Naturschutzgebiet
Schon im vergangenen Jahr versuchte auch die Stadt Meerbusch der wuchernden Pflanze mit Pflanzengifte zu Leibe zu rücken. Denn auch in Meerbusch und Umgebung breitet sich die auch als Riesen-Bärenklau bezeichnete Staude immer weiter aus.
Große Sorgen bereitet der Stadt die Verbreitung im Bereich des Naturschutzgebietes Spey, nördlich von Spierst.
Angler sagen der Pflanze in Solingen den Kampf an
Hinter einer Kindertagesstätte wächst die unbeliebte Herkulesstaude in Solingen. Auf dem Gebiet zwischen Wiesenkotten und Wasserwerk Glüder versucht der Angelverein Burg, der das Gebiet gepachtet hat, der Pflanze beizukommen.
Radevormwald kämpft an vielen Orten gleichzeitig
Im vergangenen Jahr schon waren es in Radevormwald 25 Flächen, die vom Riesen-Bärenklau überwuchert wurden. Regelmäßig kontrolliert wurde die Hälfte der Flächen. Die Stadt versucht auch hier der blühenden Giftpflanze mit Pflanzenschutzmitteln zu Leibe zu rücken. Die Herkulesstaude wuchert nicht nur am Dahlhauser Teich, am bachlauf dort und am Wanderweg, sondern ebenso unterhalb von Niedernfeld, an der alten Bahntrasse und in der Nordstadt am Hermannshagener Bach.
Die Samen, die die Staude auswirft bleiben bis zu zehn Jahre lang keimfähig. Das macht es so schwer, sie zu bekämpfen.
Langenfeld bleibt nicht verschont
In Langenfeld hat der Riesen-Bärenklau unter anderem an der Autobahnbrücke Knipprather Straße und in der Nähe der Dückeburg massenhaft Wurzeln geschlagen. Auch der Bergisch-Rheinische Wasserverband (BRW) befindet sich seit nun schon mehreren Jahren im Kampf mit der Herkulesstaude.
Hilden mäht und mäht
Der Betriebshof mäht in Hilden die Bestände an Schulwegen alljährlich vor der Blüte ab. Seit Jahren mäht der Betriebshof Anfang Juli, vor der Blüte des Riesen-Bärenklau, die Bestände entlang der Schulwege – vor allem an der Grundschule Steinkulle. Auch an den von der Stadt betreuten Wanderwegen werden die bis zu 3,40 Meter großen Gewächse abgeschnitten. Sprießen Herkulesstauden in Grünanlagen, werden sie im Rahmen der Pflegearbeiten ausgegraben. Ähnlich handelt der Kreis.
Vor allem in der Gruitener Grube 7 und im Ittertal bestehen große ältere Bestände der Herkulesstaude.