Muskelschmerzen, Gleichgewichtsstörungen, Diabetes, Osteoporose, Knochenbrüche - die Liste der möglichen Konsequenzen provoziert durch eine Vitamin-D-Unterversorgung ist lang. Ernährungswissenschaftler und Mediziner warnen davor und empfehlen, die Zufuhr dieses fettlöslichen Vitamins zu erhöhen. Aber wie? Wie nehmen wir überhaupt Vitamin D auf?
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., Bonn; Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V., Berlin; Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte; DGK
Nicht in vielen Lebensmitteln
Vitamin D kommt natürlicherweise nur in sehr wenigen Lebensmitteln vor. Fetter Fisch - wie Hering oder Lachs - beinhaltet zum Beispiel Vitamin D, aber auch Lebertran. Margarine darf in Deutschland neben Frühstücksflocken als eines der wenigen Lebensmittel damit angereichert sein.
Der Körper bildet das Vitamin allerdings vorwiegend (ca. 90%) über Sonnenlicht (UVB-Strahlung), das auf die Haut gelangt.
Haut produziert Vitamin D
Unser Körper braucht Sonnenlicht, um genügend Vitamin D zu bilden. Dieses wird bei direkter Sonneneinstrahlung von der Haut produziert – allerdings nur dann, wenn ausreichend kurzwellige UVB-Strahlen auftreffen. Der Schrägstand der Sonne im Winterhalbjahr führt dazu, dass ein Großteil der UVB-Strahlung durch die Atmosphäre absorbiert wird. Deshalb erreicht nur eine Minderheit der Menschen im nördlichen Mitteleuropa eine optimale Versorgung mit Vitamin D.
Mangel zieht sich durchs ganze Leben
Vor allem 11- bis 13-jährige Mädchen und 14- bis 17-jährige Jungen leiden in Deutschland unter einer mangelhaften Versorgung mit dem Vitamin. Aber auch Senioren jenseits der 65 haben weisen meist einen Vitamin-D-Mangel auf. Damit riskieren wir viel: Skelettdeformationen, Brüche, Gleichgewichtsstörungen, unsere Mobilität im Alter und sogar den vorzeitigen Tod.
Mögliche andere Auswirkungen
Möglicherweise führt u.a. der Vitamin-D-Mangel auch zu chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Multipler Sklerose oder Krebs. Die Studienlage dazu ist nicht eindeutig, doch ist das Thema zwischen Wissenschaftlern und Medizinern diskutiert.
Wann wir Vitamin D tanken können
Zwischen Oktober und März reicht die UVB-Strahlung in der Regel nicht aus, um genügend Vitamin D über die Haut zu synthetisieren. Doch wenn der Körper etwas Vitamin D während der Sommermonate gespeichert hat, kann er in den Wintermonaten davon einige Monate zehren. Im Februar ist der Vitamin-D-Spiegel deshalb oft am geringsten.
Zusätzliche Gabe als Nahrungsergänzung
Zukünftig sollten, so empfehlen es die Kinder- und Jugendmediziner, nicht nur Babys, sondern alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland zusätzliches Vitamin D erhalten (z.B. als Nahrungsergänzungsmittel oder in Form von Tabletten).