Ergebnisse von Sportmedizinern: Krankheiten, bei denen Sport heilsam sein kann
zuletzt aktualisiert: 07.08.2011 - 10:11 Frankfurt (RPO). Dass Bewegung gesund ist, wissen die Deutschen seit den Tagen vor Turnvater Jahn. Aber damals turnten vor allem junge und gesunde Menschen. Wer Sport- und Bewegungsprogramme besonders nötig hat, ist meist zu krank oder unmotiviert, um sich selbst darum zu kümmern. Warum es sich lohnt, den inneren Schweinhund gerade dann zu überwinden.
Mit gutem Beispiel voran gehen Frankfurter Sportmediziner, die sich bemühen, Patienten mit chronischen Erkrankungen, Langzeitarbeitslose über 50 Jahre und Krebspatienten zu erreichen. Ursprünglich waren es eher international erfolgreiche Leistungssportler, die der Leiter der Abteilung Sportmedizin am Institut für Sportwissenschaften der Goethe-Universität in Frankfurt a.M., Prof. Winfried Banzer, betreute.
Viele Jahre arbeitete er als Teamarzt der deutschen Tennis Daviscup-Mannschaft. Heute sind es hingegen chronisch Kranke, krebskranke Kinder und Arbeitslose, für die er und sein Team Bewegungsprogramme entwerfen. Die Erkenntnis, dass Bewegung auch hilft, wenn der Mensch schon alt oder krank ist, setzt sich erst allmählich bei den Betroffenen und in der Gesellschaft durch.
Krank durch Bewegungsmangel
Adipositas, Diabetes mellitus und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind typische, zum Teil durch Bewegungsmangel und falsche Ernährung verursachte Zivilisationskrankheiten. Prof. Banzer konnte mit seinen Kollegen Prof. Lutz Vogt und Dr. Christian Thiel nachweisen, dass Bewegungsprogramme eine sinnvolle und nebenwirkungsarme Ergänzung zu einer medikamentösen Therapie sind.
Im Fachmagazin "Frankfurt forscht" berichtet der Sportwissenschaftler darüber, wie Patienten mit „Verschleißerscheinungen“ wie Osteoporose oder Arthrose im fortgeschrittenen Lebensalter von gezielter Bewegungstherapie profitieren. Auch die Gedächtnisleistung verbessere sich, wenn das Gedächtnistraining durch Spaziergänge, Fahrradfahren, Treppensteigen oder Gartenarbeit ergänzt werde.
Damit die Bewegungsangebote auch diejenigen erreichen, die sie besonders dringend benötigen, kooperieren die Frankfurter Sportmediziner nicht nur mit Krankenhäusern der Rhein-Main-Region, sondern beispielsweise auch mit den Jobcentern. Langzeitarbeitslose über 50 Jahre gehören zu den gesundheitlich und psychisch gefährdeten Gruppen, die durch klassische Sport- und Gesundheitsangebote nur schwer zu erreichen sind.
Durch ein niederschwelliges und stufenweises Beratungsangebot ist es in den vergangenen fünf Jahren zunehmend gelungen, die Betroffenen an einen aktiven Lebensstil heranzuführen. Dadurch verbessert sich nicht nur das Allgemeinbefinden der Teilnehmer. Auch ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt, was sich positiv auf die Jobsuche auswirkt.
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