Lernen und Gedächtnis beeinträchtigt: Gehirnerschütterungen haben Langzeitfolgen
zuletzt aktualisiert: 25.10.2010 - 12:32Marburg (RPO). Selbst leichte Gehirnerschütterungen haben zum Teil gravierende Langzeitfolgen und können noch nach Jahren das Gedächtnis beeinträchtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Medizinern und Psychologen aus Marburg und Münster, die am Montag veröffentlicht wurde.
Danach litten die Betroffenen auch nach sechs Jahren unter erheblichen Beeinträchtigungen ihrer kognitiven Fähigkeiten wie Lernen, Gedächtnis und Aufmerksamkeit. Auch depressive Symptome waren nach einer Gehirnerschütterung demnach häufiger.
"Ein leichtes Schädel-Hirn-Trauma kann nach relativ geringen Erschütterungen beim Sport, im Haushalt, nach Auffahrunfällen oder Stürzen auftreten", erklärte Projektleiter Carsten Konrad. Für die Patienten, die eine Gehirnerschütterung erlitten haben und unter den Folgen leiden, ist es häufig schwierig, ihre Ansprüche gegenüber Versicherungen oder Unfallgegnern durchzusetzen, da nach der gängigen Lehrmeinung eine Gehirnerschütterung ohne Langzeitfolgen bleibt.
Die Studie liefert nun Hinweise darauf, dass diese Auffassung falsch sein könnte. Bei Probanden, die kein Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatten, zeigte sich kein derartiger Befund. Die Resultate wurden in der Fachzeitschrift "Psychological Medicine" veröffentlicht.
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