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Statistisches Bundesamt: Jeder vierte Deutsche stirbt an Krebs

zuletzt aktualisiert: 03.02.2011 - 16:16

Wiesbaden (RPO). Jeder vierte Todesfall in Deutschland geht auf eine Krebserkrankung zurück. In diesem Zeitraum starben 216.128 Menschen an bösartigen Tumoren, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. 

Damit bleibt Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen (41,7 Prozent) die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Insgesamt starben daran 25,3 Prozent der Verstorbenen. Die Zahl der tödlichen Krebsfälle entspricht in etwa der des Jahres 2008. Erneut war Lungen- und Bronchialkrebs die häufigste Krebstodesursache - nämlich in 42.221 Fällen, wie die Statistikbehörde anlässlich des Weltkrebstages am Freitag erklärte.

Davon betroffen waren weitaus mehr Männer als Frauen: Bei den Männern war in 29.133 Fällen (7,2 Prozent aller Sterbefälle) eine Tumorerkrankung der Lunge und Bronchien ursächlich für deren Tod. Bei Frauen war die häufigste Krebstodesursache Brustkrebs mit 17.066 Fällen (3,8 Prozent.

Krebshilfe wirbt für Unterzeichnung der Weltkrebsdeklaration

Die Deutsche Krebshilfe warb zum Weltkrebstag für die Unterzeichnung der Weltkrebsdeklaration, die im September den Staats- und Regierungschefs beim UN-Gipfel zum Thema "Nichtübertragbare Krankheiten" überreicht werden soll. Sie solle dabei helfen, jedem Menschen die Chance zu geben, sein Krebsrisiko zu reduzieren und die Zunahme der Todesfälle durch Krebs zu mindern, hieß es.

Ziele seien unter anderem die Verringerung von Übergewicht, von Tabak- und Alkoholkonsum sowie ein umfassendes Programm zur Impfung gegen Hepatitis B und HPV (Humane Papillom Viren) als Prävention gegen Leber- und Gebärmutterhalskrebs. Experten schätzten, dass mit Änderungen des Lebensstils etwa zwei Drittel aller Neuerkrankungen vermieden werden könnten, erklärte die Krebshilfe. 

Angst vor Krebs ist groß

Krebs ist die Krankheit, vor der sich die Deutschen besonders fürchten. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag der Krankenkasse DAK. Demnach haben 73 Prozent am meisten Angst davor, Krebs zu bekommen. Fast gleich auf liegen Unfälle mit schweren Verletzungen (53 Prozent) und Schlaganfälle (52), dicht dahinter folgt eine Demenzerkrankung wie Alzheimer (50). Immerhin noch 45 Prozent erreicht die Angst vor einem Herzinfarkt. Vor einer schweren Lungenerkrankung fürchten sich dagegen nur 26 Prozent, noch weniger vor Diabetes (20) und vor einer Geschlechtserkrankung (14).

Trotz der großen Furcht vor Krebs nehmen nur 60 Prozent der Befragten Krebs-Früherkennungsuntersuchungen wahr. 44 Prozent nutzen Gesundheitschecks gegen Herzkreislauf-Erkrankungen. Frauen gehen insgesamt etwas häufiger zu solchen Untersuchungen als Männer, Ältere mehr als Jüngere. Wichtiger ist den meisten Bewegung: 80 Prozent treiben Sport, um Krankheiten vorzubeugen.

Ähnlich viele trinken aus diesem Grund nur wenig Alkohol (78) und achten auf eine gesunde Ernährung (77). Mehr als zwei Drittel rauchen deshalb nicht. Nach Angaben der DAK gelten als vermeidbare Krebsrisiken Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, hohes Übergewicht und zu hohe Sonnenbelastung. Für die Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 3015 Menschen ab 14 Jahren im Oktober 2010.

Quelle: apd/dpa-tmn

 
 
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