Mit Hilfe angepasster Ernährungsformen kann man die unangenehmen körperlichen Auswirkungen von Krebstherapien lindern.
Quelle: Ratgeber der Verbraucherzentrale - Wie ernähre ich mich bei Krebs?, Dr. Gisela Krause-Fabricius
Hilfe bei SchluckbeschwerdenChemotherapien gereifen die Schleimhäute an. Das führt häufig zu Schluckbeschwerden. So sehr man Rohkost und knuspriges Brot sonst auch schätzt - Betroffene können sich in solchen Situationen durch eine angepasste Ernährung helfen: Öl, sahne und Creme fraiche lassen Speisen leichter rutschen und sorgen zudem für eine ausreichende Fettaufnahme, um einer Gewichtsabnahme entgegen zu wirken. Auch Cremesuppen und sahnige Saucen sind wohltuend.
Appetithelfer gegen Gewichtsabnahme
Eines der schwerwiegendsten Probleme von Krebspatienten sind mangelnder Appetit und die dadurch drohende Gewichtsabnahme. Helfen können sih Betroffene mit kleinen Helfern, die den Appetit anregen. Dazu zählen Anis, Basilikum, Dill, Fenchel, Rosmarin, Schnittlauch, Pfeffer, Senf, Rauke, Kresse, Endivie und Ragicchio.
Tipps gegen die Übelkeit
Bestrahlungen verursachen in vielen Fällen wie auch die Chemotherapie Übelkeit oder Erbrechen. Auch hier kann man sich durch eine umgestellte Ernährungsweise helfen.
Viele kleine Mahlzeiten über den Tag können helfen, die Übelkeit und auch Magenschmerzen einzudämmen. Ernährungsexperten empfehlen langsam zu kauen und zwischendurch immer mal zu ein bisschen Salzgebäck oder einem Zwieback zu greifen.
Mit Gewürzen gegen die ÜbelkeitIngwer hilft gegen Übelkeit. Mit ein wenig frischem Ingwer, den man mit heißem Wasser übergießt, lässt sich leicht ein Tee herstellen, den man in kleinen Schlucken trinken kann.
Der Magen freut sich über leicht verdauliche Kost wie Fenchel, Möhren oder Gurke oder mit Mut zu Neuem: gedünsteter Salat.
Hilfe bei DurchfällenIn Folge von Krebstherapie kann es auch zu Durchfällen kommen. Sie sind nicht nur unangenehm, sondern schwächen den Körper zusätzlich, da Mineralstoffe und Salze ausgespült werden.
Helfen kann man sich mit Schleimsuppen, die dan Darm und den Magen von innen "eincremen". Als Grundlage dafür eignen sich Haferflocken, Leinsamen, Graupen oder Reis, die man mit Brühe, Salz, Kräutern und Gewürzen aufpeppen kann. Kocht man sie mit Anis, Fenchel oder Kümmelsamen, wirkt die Suppe zudem entkrampfend.
Bedenkenlos können Durchfallgeplagte auch kräftiger salzen als sie es sonst gewohnt sind.
Gemüse gegen den Durchfall
Möhren und Kartoffeln durcheinander gekocht sind ein probates Mittel gegen Durchfall. Helfen können auch Pastinake, Topinambur, Fenchel, Sellerie, Kohlrabi, Zucchini, Aubergine, gehäutete Tomate oder bittere Gemüse wie Endivien, Chicchoree.
Durchfallhilfe aus der Obstabteilung
Mit Schale geriebener Apfel ist stuhlandickend, Banane mit einem Löffel Joghurt oder saurer Sahne schmeckt erfrischend, Blaubeeren mit etwas Joghurt wirken stopfend. Trockenobst hilft, verlorenes Kalium zu ersetzen.
Verstopfung lösenIn Folge von Chemotherapien oder auch Schmerzmitteleinnahme kann es auch zu Verstopfungen kommen. Leinsamen in Joghurt oder über eine Obstsalat gestreut, bringen als Balaststoffe Linderung. Allerdings ist zudem wichtig, ausreichend zu trinken. Sauerkrautsaft oder Milchzucker wirken abführend.
Mangel an weißen Blutkörperchen
Unter der Krebstherapie kann es dazu kommen, dass sich die Anzahl der Laukozyten verringert. Dann sollten Sie unbedingt Infektionsherde meiden. Rohmilchprodukte sind tabu, ebenso wie rohe Eier oder Schimmelkäse wie Camembert oder Blauschimmelkäse. Auch Rohwurstprodukte wie Mettwürstchen, Salami oder Teewurst gehört dann nicht auf den Speiseplan. Gekochte Gemüse sind sicherer als ein noch so gut gewaschener Salat und ein medium Steak entspricht zwar vielleicht eher Ihren Vorlieben, sollte aber jetzt dringend gemieden werden.
Nährstoffe nach Operationen
manche Tumore werden operativ und in Begleitung von Bestrahlungen oder Chemotherapien entfernt. Das verlangt dem Körper Höchstleistungen ab. Umso wichtiger ist es darauf zu achten, dass der Körper manche Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung hat.
Er benötigt dringend Eiweiß zum Muskelaufbau, Omega-3-Fettsäuren helfen dabei Entzündungen zu verringern und Thrombosen zu vermeiden. Zink ist wichtig für die Wundheilung, ebenso wie Selen. Während der Wundheilung steigt der Bedarf an Vitamin C.