Üppiges Essen bekommt dem Magen oft nicht gut. Sodbrennen, auch Reflux genannt, kann die Folge sein. Jeder zehnte Deutsche klagt darüber. Nach ausgedehnten Essen ist meist einfach der Magen zu voll. Die Magensäure, die bei der Verdauung der Speisen hilft, weicht aus dem überfüllten Magen nach oben. Das können Sie tun, um sich selbst zu helfen.
Quelle: Dr. Arne Boeckstegers, Gastroenterologe aus Essen; Deutsches Ernährungsberatungs- und informationsnetz; DAK-Bundesverband, Hamburg
Tipp 1: Kleine Mahlzeiten
Nehmen Sie nicht Unmengen an Essen zu sich. Besser sind fünf bis sechs kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt. Denn aus dem vollen Magen wird die Magensäure leichter nach oben gedrückt.
Tipp 2: Kaltes, Heißes, Scharfes und Fettes meiden
Alles, was die Speiseröhre irritiert, sollte man meiden. Das heißt: nicht zu kalt und nicht zu heiß, nicht zu fett und nicht zu scharf essen. Chili und Pommes stehen bei den Auslösern ganz weit oben. Besonders fettes Essen wird nur ganz schwer verdaut.
Tipp 3: Nicht zu spät essen
Es erklärt sich rein Physikalisch: Wer liegt, der fördert durch die horizontale Lage den Rückfluss von Magensaft in die Speiseröhre. Darum kommt es nachts oder auch beim Mittagsschläfchen leichter zu Sodbrennen. Wer Mahlzeiten vor Ruhephasen meidet, senkt das Risiko mit der Mahlzeit im Schlaf zu kämpfen. Wer sich zur Ruhe bettet, der sollte darauf achten, dass er wiederum die Physik für sich nutzt: Der Oberkörper sollte möglichst hoch gelagert werden. Dann kann der Speisebrei nicht so leicht zurückfließen.
Tipp 4: Kaugummi kauen
Kaugummi regt die Speichelproduktion an. Das hilft, die Schleimhaut in der Speiseröhre zu schützen. Darum also: Am besten gleich nach der Mahlzeit ein Kaugummi kauen.
Tipp 5: Süßes und Saures weg lassen
Eine Grapefruit zum Frühstück mag gesund sein. Menschen, die unter Sodbrennen leiden, sollten sie und andere saure Früchte allerdings meiden. Ebenfalls auf der Streichliste stehen säurehaltige Getränke oder Naschwerk. Denn auch Süßes provoziert den Reflux.
Tipp 6: Keine enge Kleidung und Gürtel
Sowohl enge Kleidung als auch ein straff geschnallter Gürtel drücken auf den Magen. Den Reflux fördert auch eine gebeugte Haltung.
Tipp 7: Stress und Nikotin minimieren
Beides sind deutliche Auslöser für den Reflux und sollten deshalb gemieden oder minimiert werden. Nicht so klar sind die Studien zur Wirkung von Alkohol. Von Weißwein wird deutlich abgeraten, Rotwein und Bier sind da etwas günstiger. In Studien der Uni Essen wurde nachgewiesen, dass Cognac hingegen kein Sodbrennen macht und das, obwohl Alkohol grundsätzlich nachgesagt wird die Muskelspannung des Schließmuskels am Magen zu senken.
Tipp 8: Übergewicht reduzieren
Durch die größere Leibesfülle steigt auch der Druck im Bauchraum. Übergewichtige haben deshalb besonders oft Probleme. 80 Prozent der Refluxkranken sind übergewichtig. Wer sein Gewicht reduziert, der macht es seinem Magen leichter.
Tipp 9: Keine Heilerde, Milch oder Natron
Als Hausmittel sind sie bekannt: Heilerde, Natron, Milch oder essigsaure Tonerde. Doch Gastroenterologen warnen vor einem so genannten Rebound-Effekt nach der Einnahme. Zwar helfen diese Hausmittel zunächst, doch dann beginnt der Magen noch viel mehr Säure zu produzieren als vorher und die Beschwerden werden noch stärker.
Tipp 10: Kartoffelsaft oder Karottenbrei
Hilfreich ist es, viel Kartoffeln, Gemüse und Salate zu sich zu nehmen. Auch Vollkornprodukte und proteinreiche Lebensmittel wie Fisch helfen den Reflux-Patienten. Bei akutem Sodbrennen kann man sich zudem mit Kartoffelsaft oder Karottenbrei oder -saft behelfen. Wenn allerdings das Sodbrennen nach üppigen Mahlzeiten auftritt, kann auch der Saft wenig verrichten. Der Rückfluss kommt schließlich durch den überfüllten Magen zustande.
Tipp 11: Bewegung hilft
Die Idee des Verdauungsspaziergangs nach ausgedehnten Mahlzeiten hat seine Berechtigung. Wer sich bewegt, der unterstützt auch den Verdauungstrakt in seinen Bewegungen und die aufgenommene Nahrung kann schneller verarbeitet werden. In Folge dessen leert sich der Magen dann schneller als bei demjenigen, der sich nach reichlichem Mahl erst mal ein Schläfchen gönnt.
Tipp 12: Diese Medikamente helfen
In der Apotheke sind rezeptfrei Magensäure-hemmende Medikamente zu bekommen oder solche, die die Magensäure binden. Beide bringen schnelle Linderung. Allerdings sollten sie nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden. Wer dann immer noch vom Reflux geplagt wird, der sollte dringend den Hausarzt ins Boot holen. Denn unbehandelt kann Sodbrennen ernste Erkrankungen mit sich bringen. Durch die ständige Verätzung der Speiseröhre kann es zum Beispiel zur Bildung von Geschwüren - im schlimmsten Falle zu Krebs - kommen.