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Aggressive Plagegeister: Die Mücken sind los

VON BARBARA SCHMICKLER - zuletzt aktualisiert: 21.07.2010 - 12:17

Düsseldorf (RPO). Sie ist schlank, hat lange dünne Beinchen und misst nur 1,5 Zentimeter. Wir alle kennen sie: die Stechmücke. Warum fliegt sie auf manche Menschen mehr ab als auf andere? Und wieso stechen nur die Weibchen? Es hat etwas mit dem Liebesleben der Mücke zu tun. Einige Fakten über das Mysterium Mücke und was man gegen sie tun kann.

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Das widerliche, aufdringliche Surren ist wieder da. Wo ist das Biest? Doch bevor wir suchen können, landet die Plagegeister einen Volltreffer. Für das Opfer ist es zu spät, die Mücke hat schon Blut gesaugt. Das sommerliche Stechen könnte vermutlich noch günstiger für die Mücken enden, wenn sie sich nicht durch dieses hohe "Tssss" bemerkbar machen würden.

Warum surren sie so nervig?

Eigentlich dient das für uns so unangenehme Geräusch aber der Kommunikation der Tiere untereinander. So können die Männchen die Weibchen mit Hilfe des Flügelschlags identifizieren, erklärt Heinz Mehlhorn, Professor für Parasitologie an der Uni Düsseldorf.

Ganz im Gegensatz zum Menschen sind bei Stechmücken tiefere Töne ein Zeichen von Weiblichkeit. Bei Hausmücken in unseren Gegenden surren die Weibchen mit bis zu 300 Schwingungen pro Sekunde, die Männchen mit 300 bis 500 Hertz. "Wir hören mit unserem Ohr nicht das unterschiedliche Pfeifen", sagt Mehlhorn. Für die Fortpflanzung der Mücken ist das Geräusch jedoch unerlässlich. Bei der Suche nach dem passenden Geschlechtspartner werden die Ohren gespitzt, der Summton hilft, den potentiellen Partner zu finden.

Warum sind sie so scharf auf unser Blut?

Das hat mit ihrer Vermehrung zu tun: Dabei sind die männlichen Mücken in Schwärmen unterwegs. "Sie sollen sich nicht auf alles stürzen und aus Versehen begatten", sagt Mehlhorn. Im Gegensatz zum Menschen kann die Stechmücke keine Fehltritte landen. Das Männchen hört nur den Flugton des arteigenen Weibchen, seine Antennengeißel werden ins Schwingen versetzt, die Mücke schreitet direkt zur Tat und begattet. Töne von artfremden Mücken werden einfach überhört.

Schlägt die Mücke bei Hitze öfter zu?

Bei der Hitze kommt die Stechwut öfter vor, der Zyklus der Mücke werde kürzer, sagt Professor Mehlhorn. Deswegen müssen die Mücken, und dabei nur die Weibchen, mehr stechen. Nach der Begattung suchen sie frisches Blut, das sie für die Entwicklung ihrer Eier benötigen. Dann ist es wieder zu hören, dieses markante, nervenaufreibende "Tsss".

Wenn die Mücke aus mütterlichem Instinkt erbarmungslos zusticht, benutzt sie wider Erwarten keinen Stachel, sondern eine Art Saugrüssel, der kein Gift enthält. Beim Stechen übertragen die Mücken Speichel. Der enthält Eiweiße, die beim Menschen eine Allergie auslösen und jucken können.

Wen findet die gemeine Mücke attraktiv?

Das sei von Mückenart zu Mückenart unterschiedlich, weiß Mehlhorn. "Gute Beißer sind Wald- und Wiesenmücken, andere lassen es locker angehen und stechen eher Vögel", erklärt Parasitologe Mehlhorn. Der Mensch ist ein einfaches Opfer, weil er viel unterwegs ist und kein Fell hat, was durchstochen werden müsste.

Dennoch wirken manche Menschen anziehender als andere. "Süßes Blut" wie es im Volksmund heißt, ist allerdings nicht der Grund. "Das hängt vom Geruch ab", sagt Mehlhorn. Ein Duftcocktail aus Milchsäuren, Fett- und Aminosäuren ist es, der die Stechmücken anlockt. Doch jede Mückenart fährt auf einen anderen Geruch ab und jeder Mensch riecht anders. Ob die Mücke einen selbst besonders anziehend findet, merkt man spätestens, wenn man der eigene Körper mal wieder mit Stichen übersät ist. Immerhin darf man sich dann begehrt fühlen, beeinflussen kann man das allerdings nicht.

Was hilft?

Als Schutz empfiehlt Mehlhorn gängige Mückensprays oder ähnliche Schutzmittel. Ein weiterer Tipp: "Mückennetze halten zumindest das Schlafzimmer mückenfrei", rät der Krefelder Dermatologe Frank Hessler. Essen von Vitamin B oder Knoblauch bringe allerdings nichts, sagt Mehlhorn. Den Mini-Vampiren bleiben wir ganz nach ihrem Geschmack ausgesetzt.


 
 
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