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Anruf bei 112: Die wichtigsten Fragen zum Krankenwageneinsatz

VON SUSANNE HAMANN - zuletzt aktualisiert: 26.12.2012 - 10:00

Düsseldorf (RPO). Chronisch krank oder nach einem schweren Unfall - der Krankenwagen ist manchmal die einzige Möglichkeit, rechtzeitig an medizinische Versorgung zu gelangen. Gemeinsam mit Jochen Hermes vom Düsseldorfer Feuerwehr-, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz erklären wir, was man über den Notruf wissen muss.

Wir geben Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen zum Thema "Krankenwageneinsatz". Foto: dpa, Arne Dedert
Wir geben Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen zum Thema "Krankenwageneinsatz". Foto: dpa, Arne Dedert

Wer unter Einschränkungen im Bewegunsgapparat leidet oder sich zum Beispiel durch Herzprobleme in einer Notsituation befindet, dem bleibt nur der Anruf auf der Notrufnummer 112. Doch auch, wenn das im ersten Moment einfach erscheint. Viele Fragen rund um den Notruf sind für Betroffene unklar. Lesen Sie hier die wichtigsten Antworten.

Wann muss man einen Krankenwagen, wann einen Notarzt rufen? Welcher Einsatzwagen für den jeweiligen Fall angemessen ist, entscheidet der Experte der Feuerwehr am Telefon. "Grundsätzlich wird aber bei einem Notfall immer ein Krankenwagen raus geschickt", erklärt Jochen Hermes, Pressesprecher beim Düsseldorfer Feuerwehr-, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz. "Der Leitstellendisponent am Telefon entscheidet außerdem, je nachdem was für ein Fall vorliegt, ob auch ein Notarzt mit ausrückt, und ob mit Blaulicht gefahren werden muss."

Info

Telefonnummern für den Notfall:

Krankenwagen: 112

Ärztlicher Notdienst: 116 117

Krankentransport Leitstelle: 192 22

Polizei: 110

Anders verhält es sich, wenn kein Notfall vorliegt, sondern der Betroffene einen Krankentransport ins nächste Hospital benötigt - er also aufgrund seiner Erkrankung nicht selbst ins Krankenhaus fahren kann. In einem solchen Fall schickt die Rettungsdienstzentrale immer einen Krankenwagen. (Der Krankentransportdienst ist unter der Telefonnummer 192 22 zu erreichen.)

Kommt der Notarzt auch nach Hause? Notärzte machen grundsätzlich keine Hausbesuche. Dafür gibt es den so genannten ärztlichen Notdienst. "Dabei handelt es sich um einen Bereitschaftsdienst für die Zeit in der die Arztpraxen geschlossen haben", so Hermes. Sollte jemand etwa an einem der Weihnachtsfeiertage erkranken, und beispielsweise mit hohem Fieber im Bett liegen, ist der ärztliche Notdienst zu rufen. Der Notdienst ist ab den Abendstunden durch die Nacht, am Wochenende und an den Feiertagen im Einsatz und hat die Telefonnummer 116 117.

Der Notarzt dagegen wird vom Rettungsdienst losgeschickt, kommt mit Blaulicht und gemeinsam mit einem Krankenwagen. Die Telefonnummer ist die 112.

Was kostet so ein Krankenwageneinsatz? Liegt ein Notfall vor, fallen für den reinen Krankenwageneinsatz 311,50 Euro an. Der Rettungswagen, der dann zum Einsatz kommt ist allerdings auch sehr groß und hat viel medizinisches Equipment an Bord. Je nach erbrachten Leistungen können dazu dann noch verschiedene Kosten hinzukommen.

Ein reiner Krankentransport kostet 100 Euro. Kleinere Leistung die unterwegs anfallen, sollte der Patient etwa Sauerstoff benötigen, oder wegen einem gebrochenen Arm geschient werden müssen, sind dabei im Preis enthalten.

"Wichtig ist aber, dass die Kosten in beiden Fällen von der Krankenkasse gedeckt werden", so Hermes, "wenn eine ärztliche Notwendigkeit vorliegt." Sie wird attestiert, indem entweder der Notarzt oder der behandelnde Arzt eine Bescheinigung ausschreiben, in der steht, dass der Rettungsdiensteinsatz gesundheitlich notwendig war. Auch im Fall eines Krankentransports muss der behandelnde Arzt eine solche Bescheinigung ausstellen.

Wie ist das mit den Kosten, wenn der Krankenwagen gerufen wird, dann aber keine große Behandlung statt findet? "Solche Fälle kommen natürlich auch vor", sagt Hermes vom Rettungsdienst. "Zum Beispiel habe ich selbst einen Einsatz erlebt, bei dem wir wegen einer Medikamentenunverträglichkeit mit dem Krankenwagen ausgerückt sind." Beim Patienten stellte sich dann heraus, dass er lediglich vergessen hatte, ein anderes Medikament zu nehmen, das ihm der Arzt zusätzlich verschrieben hatte. "Nachdem er es eingenommen hatte, ging es ihm direkt besser", sagt Hermes.

In einem solchen Fall könne der Einsatz auch kostenlos sein, sagt der Pressesprecher. Rückt dabei allerdings auch ein Notarzt mit aus, gilt der Einsatz als eine ambulante Behandlung im Haus des Patienten, und wird voll abgerechnet.

Wenn ein Patient ins Krankenhaus gebracht werden muss, wer entscheidet, wo er eingeliefert wird? Zunächst einmal steuert der Krankenwagen das nächstliegende Krankenhaus an, um Zeit zu sparen. "Düsseldorf ist außerdem in Notfallbezirke aufgeteilt. Das Einsatzpersonal kann dann also schnell nachsehen, welches Krankenhaus je nach Einsatzort zuständig ist", sagt der Pressesprecher der Rettungsdienste. "Liegt ein Spezialfall vor, dann steuern wir natürlich das Krankenhaus an, das am geeignetesten ist."

Was ist, wenn ein Patient in einem Krankenhaus schon bekannt ist? Ist ein Patient in einem Krankenhaus schon bekannt, hängt alles von seinem Gesundheitszustand ab. Der Notarzt muss entscheiden, ob eine Fahrt zu einem bestimmten Krankenhaus möglich ist, vor allem, wenn es weiter entfernt liegt.
"Natürlich kann ein Patient auch einfach einen Wunsch äußern, ob wir dem nachgehen können, hängt dann wieder vom Gesundheitszustand ab."

Allerdings kann es sein, dass die Krankenkasse des Patienten den zusätzlichen Fahrtweg nicht übernimmt. Die zusätzlichen Kosten müsste er in diesem Fall bereit sein selbst zu bezahlen.

Sollte ein Patient bei einem Krankenwageneinsatz bestimmte Unterlagen zur Hand haben? Ja, bestimmte Unterlagen sollte man griffbereit haben, wenn man einen Krankenwagen ruft. So ist die Versichertenkarte wichtig, denn das spart sehr viel Zeit, die die Rettungsassistenten sonst mit Fragen verbringen müssen. Bei chronischen Patienten ist es außerdem von Vorteil, wenn sie ihre Krankenakte bereit halten.

Grundsätzlich fragt das Personal in der Leitstelle allerdings schon sehr viel ab. "Die Leute am Telefon sind ja selbst Fachpersonal. Das heißt, es sind selbst Rettungsassistenten und Feuerwehrmänner mit Berufserfahrung, die auch jedes Jahr eine Fortbildung auf ihrem Gebiet besuchen" erklärt Hermes. "Sie sind also in der Lage, die Situation auch am Telefon sofort richtig einzuschätzen und zu beurteilen."
 

Quelle: anch/pst

 
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