Um die E-Zigarette ist eine Debatte entbrannt, die immer hitziger wird. Unsicherheit herrscht über die Frage, wie gefährlich die Marktneuheit ist. Politik und Handel sind uneins. Hier finden sie die wichtigsten Fakten zur E-Zigarette.
Was ist eine E-Zigarette?
Die E-Zigarette wird auch rauchlose Zigarette genannt, weil anstelle der Verbrennung eine Verdampfung stattfindet. Das Innenleben unterscheidet sich total von der klassischen Papierzigarette. Zur Verdampfung wird eine Flüssigkeit gebracht, die der Raucher inhaliert.
Wie funktioniert eine E-Zigarette?
Aus vier Komponenten setzen sich die E-Zigaretten zusammen: Einer Stromquelle, einem elektrischen Vernebler (Atomizer), einer auswechselbarer Kartusche (Liquid) und einer Steuerungselektronik. Als Stromquelle dient ein Lithium Akku mit integrierter Steuerung. Kernstück ist die Kartusche. Sie sieht aus wie ein Filter und enthält die Flüssigkeit, die den Dampf erzeugt.
Entwickelt sich Hitze bei der E-Zigarette?
Der Atomizer am Mundstück bringt die Flüssigkeit im Depot bei rund 65 Grad Celsius zum Verdampfen. In echten Zigaretten entstehen beim Verglühen des Tabaks Temperaturen von 600 bis 800 Grad. Um ein echtes Rauchgefühl zu simulieren, leuchtet bei den E-Zigaretten mit jedem Zug eine kleine rote Diode auf.
Welche Sustanzen stecken in einer E-Zigarette? Anders als bei der herkömmlichen Zigarette werden keine Substanzen verbrannt. Der Nutzer nimmt keinen Teer auf. Dennoch scheiden sich an der E-Zigarette die Geister. Die Flüssigkeit, die vom Raucher als Aerosol eingeatmet wird, besteht zu 90 Prozent aus Propylenglykol. Dieser Wirkstoff kann die Atemwege reizen und steht darüber hinaus im Verdacht, Allergien auszulösen. Dazu kommen meist Nikotin, Ethanol, Glyzerin und andere Geschmacksstoffe. Aber auch vollständig nikotinfreie Mixturen werden angeboten.
Sind E-Zigaretten gesundheitsschädlich?
Gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse über die gesundheitlichen Auswirkungen der E-Zigaretten liegen noch nicht vor. NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Die Grünen) warnte kürzlich vor dem gesundheitlichen Risiko nikotinhaltiger E-Zigaretten. Die zurzeit verwendeten Flüssigkeitsmischungen würden hohe Anteile von Nikotin enthalten, so dass diese als Arzneimittel einzustufen seien. Damit unterliege die E-Zigarette den strengen Auflagen des Arzneimittelgesetzes.
Was sagt die Industrie? Der E-Zigarettenverband verweist dagegen auf den europäischen Gerichtshof und das Bundesverwaltungsgericht, wonach Arzneimittel über eine therapeutische/diagnostische Eignung verfügen und dazu bestimmt sein müssen. Zweifelhafte Aussagen sogenannter Experten hätten viele Verbraucher verunsichert.
Woher kommen die E-Zigaretten?
E-Zigaretten sind eine chinesische Erfindung. Sie kommen aus einem Land, in dem Rauchen noch zum guten Ton gehört. Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich diese technische Innovation zum Exportschlager entwickelte.
Wo sind E-Zigaretten erhältlich?
In Deutschland sind Händler in dieses Geschäft eingestiegen. Aber da der Tabakwarenhandel abgewinkt hat, tun sie sich schwer. Das Internet ist zurzeit neben einigen E-Shops der einzige Vertriebsweg. Dort gibt es die zigarettenförmigen Inhalatoren inklusive fünf Liquids als Starter-Set in verschiedenen Ausführungen.
In welchen Geschmacksrichtungen gibt es E-Zigaretten? Geräte und Liqiuds sind in unterschiedlichen Mischungen auf dem Markt. Die unterschiedlichen Geschmacksstoffe reichen von Banane, Kaffee, Lakritz bis zu Whisky.
Was kostet der E-Genuss? Die Nachfüllflüssigkeit in einer Auswahl von bis zu 70 Aromen mit und ohne Nikotin kostet um die zehn Euro (10 ml). In Deutschland soll es bereits 1,2 Millionen Raucher geben, die zur E-Zigarette greifen.
Wie geht es weiter mit der E-Zigarette? Dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen Anträge mehrerer Landesbehörden vor, die eine grundsätzliche Prüfung einzelner Modelle und Mixturen fordern. In einem ersten Fall wurde ein Produkt als zulassungspflichtiges Arzneimittel eingestuft, erklärte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums. Bei der nächsten Länderkonferenz wollen sich die Gesundheitsminister eingehend mit dem Thema beschäftigen. Außerdem plant die zuständige EU-Kommission eine strenge Überprüfung, um die gesundheitlichen Folgen des Konsums von E-Zigaretten besser abschätzen zu können.