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Hirnschäden: Fortschritt bei Erforschung von Schlaganfällen

zuletzt aktualisiert: 04.01.2013 - 13:46

Münster (RPO). Bei der Behandlung von Schlaganfällen müssen vielleicht völlig neue Wege eingeschlagen werden: Ein Forscherteam hat nachgewiesen, dass vermeintlich schädliche Immunzellen nicht für das Absterben von Nervenzellen im Gehirn verantwortlich sind. Die sogenannten neutrophilen Granulozyten dringen gar nicht erst bis zu den betroffenen Regionen vor, wie die Universität Münster mitteilte.

Neutrophile Granulozyten sind Teil der schnellen Immunantwort bei Infektionen und Traumata. Bisher ging die Medizin davon aus, dass sie nach einem Schlaganfall ins Gehirn einwandern und dort auch Nervenzellen zerstören. Jetzt gelang jedoch der Nachweis, dass sie in den Blutgefäßen des Gehirns steckenbleiben.

Schlaganfall ist dritthäufigste Todesurasche 

Der Schlaganfall ist weltweit die dritthäufigste Todesursache. In Deutschland sind jährlich etwa 200.000 Menschen betroffen. Selbst wenn durch rasche medizinische Hilfe die Blutversorgung im wiederhergestellt wird, sterben in den Tagen danach weitere Nervenzellen ab.

Als sogenanntes immunprivilegiertes Organ schützt sich das Gehirn mit zwei Basalmembranen vor gefährlichen Zellen. Bislang ging man davon aus, dass neutrophile Granulozyten beide Membranen durchbrechen können und an den Folgeschäden beteiligt sind. Beim Schlaganfall gelingt dies den neutrophilen Granulozyten jedoch nach den jüngsten Erkenntnissen nicht. Nun stelle sich die Frage, ob sie die Nervenzellen über eine Fernwirkung schädigen können, heißt es.

Quelle: APD/anch
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