Im Winter haben Zitrusfrüchte Hochkonjunktur: Vitamin C nämlich soll das Immunsystem aufpeppen und so dazu beitragen, dass wir uns bester Gesundheit erfreuen. Doch was ist dran an dieser Annahme? Wir haben fünf Winter-Mythen rund um die Gesundheit unter die Lupe genommen.
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, AOK, Barmer GEK, Techniker Krankenkasse
Besser Wangenkuss als Hände schütteln
Händeschütteln überträgt mehr Krankheitserreger als ein Begrüßungsküsschen auf die Wange. Wer einem Erkälteten die Hände schüttelt, sich anschließend ins Gesicht, an Mund, Nase oder Augen fasst, verschafft Viren und Bakterien erst recht Zutritt in den Organismus. Auf der haut überleben Schnupfenviren mehrere Stunden lang unbeschadet. Daher gilt: Das Küsschen zur Begrüßung ist allemal weniger gefährlich. Nach dem Händedruck sollte man sich die Hände waschen.
Küssverbot bei Erkältung
Erstaunliches beförderten neue Studien zutage: Auch ein Kuss von Mund zu Mund stellt nach Auffassung der Forscher nur eine geringe Gefahr bezüglich einer Ansteckung dar. Grund: Die Erkältungsviren gelangen über den Speichel in den Magen und werden dort von der Magensäure abgetötet.
Kälte macht krank
Kälte allein macht nicht krank. Dass man sich im Winter schnell einen Schnupfen, Husten oder Grippe holen kann, liegt daran, dass sich Viren bei niedrigen Temperaturen wohl fühlen, sich leichter im Körper einnisten und verbreiten können. Beheizte Räume und trockene Luft trocknen zudem die Nasenschleimhaut aus; dadurch wird sie durchlässiger für Erreger. Wenn Menschen frieren, sinkt allerdings ihre Immunabwehr und sie werden infektanfälliger.
Ein heißes Bad tut gut
Wer richtig ausgekühlt ist, empfindet eine warmes Wannenbad als angenehm und entspannend. Doch zu lange und zu heiße Bäder bringen den Kreislauf durcheinander und schaden der Haut, weil sie ihr viel Fett entziehen. Deshalb sollte man höchstens zweimal pro Woche baden und das nur rund 15 Minuten lang. Die optimale Temperatur des Badewassers liegt zwischen 35 und 38 Grad Celsius.
Alkohol wärmt von innenGrog, Glühwein, Punsch – viele trinken Alkohol auch, weil sie das Gefühl haben, er wärme den Körper auf. Stimmt aber nicht! Zwar wirkt Alkohol, besonders wenn er heiß ist, zunächst wohltuend, denn er erweitert die Blutgefäße. Der Körper gibt dadurch jedoch mehr Wärme ab, wodurch die Körper-Temperatur sinkt. Wer betrunken ist, nimmt die Kälte oft gar nicht mehr wahr. Erfrierungen können die Folge sein.
Vitamin C schützt vor Erkältungen
Vitamin C allein kann eine Erkältung kaum verhindern. Wer die Symptome schon spürt, dem hilft dieses Vitamin auch nicht mehr. Lediglich bei regelmäßiger Einnahme kann Vitamin C die Beschwerdezeit minimal verkürzen. Heiße Zitrone bei Erkältungskrankheiten hilft schon aus einem anderen Grund kaum: Zitronen sind nicht die Vitamin C-Bomben, für die sie gehalten werden. Wesentlich mehr Anteil dieses Vitamins enthalten z.B. Kiwis.