Viele Warnsignale: Machen Sie den Alzheimer-Selbsttest
VON PIA TERHEYDEN UND BRITTA KRAUSS - zuletzt aktualisiert: 06.09.2010 - 07:43Düsseldorf (RP). Wer bei den ersten Anzeichen einer beginnenden Alzheimer-Erkrankung sofort zum Arzt geht, hat gute Chancen, lange aktiv am Leben teilzunehmen. Aber was sind die ersten Anzeichen für Alzheimer? Bei uns finden Sie einen Selbsttest.
Medikamente, Hilfsangebote und der offensive Umgang wirken in der ersten Phase einer Alzheimer-Erkrankung positiv. Warnzeichen für eine heraufziehende Demenz gibt es viele: Rückzug von gewohnten Aktivitäten und Antriebsverlust, Erinnerungsprobleme, Schwierigkeiten bei der Bewältigung von Routineaufgaben oder Veränderung der Sprache können Signale sein, einen Arzt aufzusuchen.
Gleiches gilt für Orientierungsprobleme (Zeit, Ort, Situation), Probleme in der Beurteilung von Situationen und Risiken, Probleme beim abstrakten rationalen Denken oder auffällige Zerstreutheit. Selbst ungewöhnliche Stimmungs- und Verhaltensschwankungen lassen sich mitunter auf Alzheimer zurückführen.
Erkennen Sie bei sich erste Anzeichen für Alzheimer? Bei uns finden Sie einen Selbsttest.
Für Fragen rund um Betreuung und Pflege stehen den Betroffenen im LVR-Klinikum Mitarbeiter des Sozialen Dienstes zur Verfügung. Sie vermitteln auch wichtige Kontakte. Anmeldung für die Sprechstunde: 0211/9224254.
Gutartige Vergesslichkeit?
In größeren Städten gibt es Einrichtungen, die auf die Diagnose und Therapie von Demenz-Krankheiten spezialisiert sind. Sie tragen Namen wie Gedächtnissprechstunde oder Memory-Klinik. In der Gedächtnissprechstunde arbeiten in der Regel Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, um „nach der Ursache von Gedächtnisstörungen zu suchen und eine sichere Diagnose zu stellen“, sagt Christian Lange-Asschenfeldt, Leiter der Gedächtnissprechstunde in der Gerontopsychiatrischen Abteilung des Düsseldorfer LVR-Klinikums. Mit dem mehrstufigen Untersuchungsverfahren kann zwischen „gutartiger“ Vergesslichkeit im Alter und einer als Krankheit zu wertenden Verschlechterung des Gedächtnisses unterschieden werden.
Am Anfang der Gedächtnissprechstunde steht eine Überweisung durch den Haus- oder Facharzt. Die Kosten für die Untersuchungen übernimmt die Krankenkasse. In einem ersten Gespräch mit dem Arzt werden die Beschwerden besprochen. Danach folgt die Labordiagnostik. Die Klinik erstellt unter anderem ein Blutbild und untersucht die Schilddrüsenfunktion des Patienten. Damit versucht man, internistische Ursachen für die Störung auszuschließen.
Psychologische Untersuchung
Der nächste Schritt ist eine testpsychologische Untersuchung durch einen Fachmann. Der Patient muss Gedächtnisaufgaben (Figuren malen, rückwärts buchstabieren) und Aufgaben am Computer lösen, um Reaktionszeit und Konzentrationsfähigkeit zu testen. In einer radiologischen Praxis folgt schließlich eine Computer- oder Kernspintomographie des Gehirns. Abschließend wird ein zweiter Arzttermin vereinbart, um die Ergebnisse und weitere die Vorgehensweise zu besprechen.
Dr. Lange-Asschenfeldt empfiehlt, die Angehörigen, die sich später um den Patienten kümmern, schon zu den ersten Terminen mitzunehmen. So erhalte der Arzt eine andere Perspektive, und der Patient könne seine Symptome nicht bagatellisieren.
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