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Hoffnung nach erfolgreichen Tests: Neue Technik reduziert Risiko bei künstlicher Befruchtung

zuletzt aktualisiert: 16.10.2010 - 21:25

Paris (RPO). Die Risiken einer künstlichen Befruchtung könnten schon bald deutlich reduziert werden: Ein Pilotversuch für einen kompletten Chromosomen-Test für Babys während der Befruchtung und vor der Einpflanzung der Eizelle verlief erfolgreich

Gesunde Zwillinge seien nach einem solchen Verfahren im Juni in Deutschland und ein gesunder kleiner Junge im September in Italien geboren worden. Durch den vollständigen Chromosomen-Test könnten künftig erfolglose Versuche einer In-Vitro-Befruchtung verringert werden, teilte die Europäische Gesellschaft für Humane Reproduktionsmedizin und Embryologie (ESHRE) am Freitag mit.

Bei dem Verfahren geht es darum, dass die Chromosomen einer weiblichen Eizelle schon parallel zur Befruchtung untersucht werden. Jede menschliche Zelle hat 46 Chromosomen, 23 jeweils von Vater und Mutter. Bevor ein Ei befruchtet wird, stößt es die Hälfte seines kompletten Chromosomen-Satzes ab, um Platz für die 23 aus dem männlichen Sperma zu machen. Die abgestoßenen Chromosomen sind ein Spiegel derjenigen, die in dem Ei verblieben sind. Bei der so genannten CGH-Technik wird nun geprüft, ob zu viele oder zu wenige Chromosomen vorhanden sind. Indem dann eine Eizelle für die In-Vitro-Fertilisation ausgewählt wird, die geeignet erscheint und keine Fehler aufweist, verringert sich das Risiko einer Komplikation. Außerdem könnten so moralische Bedenken gegen Untersuchungen an Embryos zurückgestellt werden.

Mehrfach-Schwangerschaften sind eine der möglichen und umstrittenen Folgen von In-Vitro-Befruchtungen, wobei es für die Babys dann das Risiko eines zu geringen Gewichts oder von Entwicklungsschwierigkeiten gibt. Auch bei Risikoschwangerschaften etwa bei Frauen im Alter von über 37 Jahren könnten der ESHRE zufolge durch die Technik die Risiken verringert werden. Derzeit gibt es noch eine Reihe von Schwangerschaften, bei denen die CGH-Methode angewandt wurde. Eine großangelegte internationale klinische Studie soll ab 2011 laufen. Das erste Baby, das nach einem solchen vollständigen Chromosomen-Test geboren wurde, war im vergangenen Jahr in Großbritannien ein kleiner Junge.

Fast vier Millionen Kinder sind weltweit seit der ersten künstlichen Befruchtung im Jahr 1978 durch In-Vitro-Fertilisation oder ein verwandtes Verfahren zur Welt gekommen. Der Pionier der künstlichen Befruchtung, Robert Edwards, erhielt in diesem Jahr den Medizin-Nobelpreis.