Innerhalb weniger Minuten führt die niedrige Temperatur bei Menschen mit Kälte-Allergie zu den quälenden und mitunter auch gefährlichen Symptomen: Rote, juckende Haut, Quaddelbildung und ein brennendes Gefühl auf der Haut. Das hilft den Betroffenen.
Quelle: Charité Berlin, Urtikaria-Network
Symptome
Die von Medizinern als Kälte-Urtikaria bezeichnete Erkrankung ist eine Pseudoallergie, bei der der Körper ausgelöst durch Kontakt mit Kälte über die Haut überschießende Reaktionen zeigt, wie es auch bei Allergien der Fall ist.
Gefahr ab 26 Grad
Schon ab 26 Grad Celsius kann es bei empfindlichen Menschen dazu kommen, das die Haut die für die Kälte-Urtikaria typischen Hautrötungen und Quaddeln zeigt.
Gefährliche Kalt-Warm-WechselEs ist vor allem der Wechsel zwischen warm und kalt, der die Körperreaktion auslöst. Für Menschen, die unter diser Form der physischen Nesselsucht leiden, kann der Gang zum Gefrierschrank zum Problem werden, ebenso wie ein erfrischender Pool-Besuch im Sommer, kalte Getränke oder ein Spaziergang im Schnee. Gefährlich werden kann zudem eine Operation unter Vollnarkose. Denn Infusionslösungen, die vor der Infusion nicht auf Körpertemperatur erwärmt werden, können schwere Schübe auslösen.
Medikamente, die Auslöser sein könnten
Neben Infektionskrankheiten wie Masern, Windpocken, Berreliose oder Hepatitis stehen auch Medikamente in Verdacht, die Kälte-Allergie auszulösen. Wer sicher sein will, sollte Aspirin, Diclofenac, Indometacin, Metamizol, Ibuprofen und ACE-Hemmer meiden. Auch orale Kontrazeptiva, Antimykotika oder Antibiotika sind als mögliche Auslöser in Verdacht.
HeilungsprozessIn der Regel heilt die Kälte-Allergie innerhalb weniger Tage oder Wochen wieder ab. Leidet man allerdings unter schweren und anhaltenden Beschwerden, ist neben vorbeugenden Maßnahmen auch eine Therapie nötig. Der Dermatoloe oder Allerologe kann zweifelsfei mittels Eiswürfeltest die Diagnose erstellen.
Hilfreiche MedikamenteAntihistaminika hemmen die Histaminausschüttung der mastzellen im Körper, die zu den körperlichen Symptomen führen.
Auch Antibiotika kamen bei einer Studie der Universität Berlin zum Einsatz und lieferten Linderung. Möglicherweise sind also auch Infektionen am Auftreten dieser Form der Nesselsucht beteiligt.
Dringend meidenBetroffene sollten grundsätzlich Kälte meiden. Dazu zählt kaltres Wasser ebenso wie kühle Getränke, Metall, ein kaltes Lenkrad oder Kaltes aus dem Kühlschrank.
Richtige BekleidungMenschen, die unter der Kälte-Allergie leiden kommen nicht umhin, sich warm einzupacken: Handschuhe, Schal, Mütze und wenn nötig eine Skimaske mit Augenausschnitten sind für sie beim Aufenthalt im Freien notwendig. Je mehr Hautpartien vor der direkten Kälteeinwirkung geschützt sind, desto geringer sind ide zu befürchtenden Auswirkungen. Dichte Kleidung, handschuhe und dicke Sochken sowie fetthaltige Creme im Gesicht schützen.
Eine medikamentöse Therapie mit Antihistaminika kann die Symptome lindern oder im besten Falle sogar ganz unterdrücken. Auch antiallergische Salben helfen direkt auf die Haut aufgetragen.
Hilfe aus der Paprika
Noch in der Experimentierphase ist der Einsatz von Capsaicin. Dieser Stoff wird in der Paprkiafrucht gebildet. Es könnte helfen, den Juckreiz auszuschalten und auch das Bilden der Quaddeln zu verhindern.
UV-LichBei manchen Patienten führt die Bestrahlung mit UV-Licht zu einer Besserung.