Bessere Konzentration, Laune und Gesundheit: Schüler profitieren von späterem Schulbeginn
zuletzt aktualisiert: 09.07.2010 - 07:39Chicago (RPO). Ein späterer Schulbeginn bessert bei Jugendlichen die Aufmerksamkeit, die Laune und auch die Gesundheit. Schüler profitieren einer amerikanischen Studie zufolge schon von einer geringen Verschiebung des Unterrichtsstarts von 8.00 Uhr auf 8.30 Uhr deutlich.
Mit dem Beginn der Pubertät ändert sich der Schlafrhythmus von Heranwachsenden. Sie gehen deutlich später zu Bett und würden somit eigentlich auch später aufstehen, denn die optimale Schlafdauer von gut neun Stunden ändert sich nicht.
Ob Jugendliche von einem späteren Schulbeginn profitieren, prüften nun US-Mediziner aus Providence an rund 200 Schülern der neunten bis zwölften Klasse.
Begann die erste Stunde um 8.30 statt um 8.00 Uhr, fühlten sich die Schüler zufriedener und motivierter. Die Zahl jener Jugendlichen, die täglich weniger als sieben Stunden Schlaf fanden, fiel um 80 Prozent. Mindestens acht Stunden Nachruhe fanden 55 Prozent statt vorher 16 Prozent der Teilnehmer. Zudem stuften sich weniger Schüler als depressiv oder unglücklich ein. Selbst die Besuche beim Arzt sanken um gut zwei Drittel, wie die Mediziner in der Zeitschrift "Archives of Pediatric & Adolescent Medicine" berichten.
Nach dem Versuch sollte die Schule eigentlich wieder zur ursprünglichen, früheren Zeit starten. Aber Schüler wie auch Lehrer stimmten mit großer Mehrheit dafür, den späteren Unterrichtsbeginn beizubehalten.
Angesichts des eindeutigen Resultats, das sich mit früheren Studien deckt, fragt Kyla Wahlstrom von der Universität von Minnesota in einem Kommentar, warum nicht mehr Schulen ihren Zeitplan umstellen. "Die Antwort darauf ist wohl sehr komplex", schreibt sie und betont. "Der Schulbeginn gilt jenen als sakrosankt, die daran gewöhnt sind, sich darauf als planmäßigen Teil ihres Tages und Lebens zu verlassen."
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