Weltgesundheitsorganisation warnt: Solariumsbesuche erhöhen Krebsrisiko drastisch
zuletzt aktualisiert: 29.07.2009 - 16:57Paris (RPO). Ins Solarium zu gehen kann ebenso ungesund sein wie Zigaretten zu rauchen. Die UV-Bestrahlung auf Sonnenbänken erhöht das Risiko an Krebs zu erkranken. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die Bräunungsliegen nun in die höchste Gefahrenkategorie für Krebsrisiken ein
Dies geht aus einer am Mittwoch in Paris veröffentlichten Erklärung der Internationalen Forschungsagentur für Krebs (IARC) hervorgeht, die der WHO angegliedert ist. 1992 waren Sonnenbänke nur als "wahrscheinlicher" Auslöser" von Krebs bewertet worden. Die Forschung der vergangenen Jahre lasse jedoch keinen Zweifel daran, dass die UV-Strahlung aus den Geräten das Risiko einer Erkrankung erhöhe.
Experten warnen vor künstlicher Bräune
"Die Nutzung von Solarien ist krebserregend. Ich weiß nicht, warum ein gesunder Mensch sie nutzen sollte", sagte IARC-Forscher Vincent Cogliano der Nachrichtenagentur AFP. Nach Erkenntnissen der Wissenschaftler steigt bei regelmäßigem Sonnenbank-Besuch unter 30 Jahren das Risiko einer Erkrankung an einem Melanom - der gefährlichsten Art des Hautkrebses - um 75 Prozent.
Die IARC stufte deshalb Solarien gemeinsam mit Zigaretten, Alkohol und Asbest in die Kategorie der am stärksten krebserregenden Faktoren ein. Cogliano sagte, er hoffe, dass die Neubewertung die nationalen Gesundheitsbehörden zum Handeln bewege.
Solariumsbetreiber weisen Bewertung zurück
Die in Großbritannien ansässige Vereinigung der Solariumsbetreiber wies die Bewertung der IARC zurück. Ein erhöhtes Krebsrisiko bestehe nur, wenn jemand übermäßiger UV-Strahlung ausgesetzt sei und einen Sonnenbrand erleide, hieß es in einer Erklärung.
Solarien sind besonders in Nordeuropa und den USA verbreitet. Nach einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Umfrage besuchen in Deutschland etwa 14 Millionen Menschen regelmäßig ein Sonnenstudio. Seit der Verabschiedung des neuen Strahlenschutzgesetzes im Juni ist Minderjährigen unter 18 Jahren deren Besuch aber untersagt.
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