Psychische Faktoren: Stress trübt den Blick
zuletzt aktualisiert: 10.12.2011 - 10:11Düsseldorf (RPO). Wenn jemand "schwarz" sieht, dann ist das mehr als nur eine Redewendung. Psychostress und seelischer Druck können Augenerkrankungen auslösen oder verstärken. Wer dann helfen kann, ist nicht nur der Augenarzt.
Es kann zum Teufelskreis werden: Seelischer Druck kann Probleme mit dem Sehen verursachen und die Angst vor dem Sehverlust löst bei manch Augenkrankem wiederum Stress aus. Das seelische Gleichgewicht leidet. Alltägliche Redewendungen legen den Zusammenhang von Seele und Sehkraft nahe: Jemand "sieht schwarz", "aus den Augen, aus dem Sinn", andere wiederum sind "blind vor Wut". Psychische Faktoren spielen bei Augenerkrankungen häufig eine Rolle, darauf weist der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. hin.
"Wenn körperliche Beschwerden in erheblichem Ausmaß durch seelische Ursachen bedingt sind, spricht man von psychosomatischer Krankheit", erklärt Dr. Gabriele Emmerich, Sprecherin des Ressorts "Psychosomatik in der Augenheilkunde" im Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. Zu diesen Augenerkrankungen gehören unter anderem bei einem Teil der Patienten das Trockene Auge, der Grüne Star, der Lidkrampf, Tics wie zwanghaftes Blinzeln und ebenso chronische Augenerkrankungen.
Wenn psychische Probleme am Krankheitsgeschehen beteiligt sind, wird der Augenarzt zum Mittler zwischen Patient, Krankheit und oft auch anderen Therapeuten, etwa Psychotherapeuten.
Wie Entspannungstechniken helfen
Bei Verdacht auf eine psychosomatische Erkrankung wird der Augenarzt den Patienten deshalb auch nach seiner Lebensbalance befragen: körperliche Anamnese, Situation in Familie und Beruf sowie Lebenssinn und Zukunftsplanung. Er hilft dem Patienten, seine Krankheit besser zu verstehen, so dass der Patient aktiv bei der Behandlung mitarbeiten kann. Der Augenarzt kann zudem Hinweise geben, welche Therapien eventuell helfen können. „Autogenes Training oder Muskelrelaxation nach Jacobson sind oft eine sinnvolle Ergänzung zur Behandlung stressbedingter körperlicher Erkrankungen“, nennt Dr. Emmerich ein Beispiel.
Angst vor dem Sehverlust
Wenn Patienten an einer chronischen Augenerkrankung wie Glaukom, diabetischer Retinopathie oder Altersabhängiger Makuladegeneration (AMD) leiden, die das Sehvermögen bedrohen, dann kann alleine die Angst vor dem Sehverlust den Patienten aus dem Gleichgewicht bringen.
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