Deutschland: 3000 neue Ansteckungen mit Aids-Virus
zuletzt aktualisiert: 24.11.2009 - 15:02Berlin (RPO). In diesem Jahr haben sich rund 3000 Menschen in Deutschland neu mit dem Aids-Virus HIV infiziert. Damit liege die Zahl seit etwa drei Jahren stabil, teilten Gesundheitsminister Philipp Rösler und das Robert-Koch-Institut kurz vor dem Weltaidstag am 1. Dezember mit. Doch ist sie um ein Drittel höher als noch in den 90er Jahren.
Damals wurden nur etwa 2000 Neuinfektionen pro Jahr festgestellt, wie es am Dienstag in Berlin hieß. Nach der Jahrtausendwende kam es zu einem deutlichen Anstieg, vor allem wegen zunehmender Sorglosigkeit angesichts neuer Therapien. Das HI-Virus ist aber nach wie vor tödlich, es gibt immer noch keine Heilung oder Impfung.
Aktuell 67.000 Menschen mit HIV in Deutschland
Insgesamt leben nach Schätzung des RKI derzeit rund 67.000 Menschen in Deutschland mit HIV, davon allein 41.400 homosexuelle Männer und etwa 8200 Süchtige, die sich Drogen spritzen. Unter den 3000 Neuinfizierten sind allein 2650 Männer; 72 Prozent der Infizierten haben sich bei homosexuellen Kontakten angesteckt. Bei insgesamt 11.300 Infizierten ist die Krankheit Aids inzwischen ausgebrochen. In diesem Jahr kamen 1100 neue Fälle hinzu. Etwa 550 Menschen erlagen der tödlichen Immunschwäche, wie das RKI weiter mitteilte.
Rösler betonte, Deutschland habe die niedrigste Neuinfektionsrate in Westeuropa. Er nannte die Stabilisierung der Infektionszahl einen "kleinen Erfolg". Die Förderung von Aufklärung sei richtig. "Aber wir müssen gemeinsam mit unseren Partnern weiterhin hart daran arbeiten, die Zahl der Neuinfektionen zu senken", erklärte der FDP-Politiker.
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