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Panorama Alzheimer Demenz Altersheim alte Frau 2010 DDP
  Foto: DDP

Verantwortlicher für die Bildung von Plaques: Alzheimer: Forscher entdecken Schlüsselfaktor

zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 - 19:26

London (RPO). US-Forscher sind auf einen Schlüsselfaktor bei der Entstehung von Alzheimer gestoßen: Sie haben ein Protein identifiziert, das entscheidend an der Bildung der auch als Plaques bezeichneten Eiweißverklumpungen im Gehirn beteiligt ist. Die Ergebnisse sind vielversprechend.

Diese sind typisch für Alzheimer und scheinen eine wichtige Rolle beim Fortschreiten der Demenzerkrankung zu spielen. Die Ergebnisse sind besonders vielversprechend, da es bereits ein Medikament gibt, das das entdeckte Schlüsselprotein namens GSAP blockiert: Wie die Forscher schon in einer früheren Studie gezeigt haben, kann der Leukämie-Wirkstoff Imatinib dieses Protein gezielt unschädlich machen, ohne gesunden Zellen zu schaden.

Um Imatinib gegen Alzheimer einsetzen zu können, müsste der Wirkstoff allerdings so verändert werden, dass er auch das Gehirn erreicht, schreiben die Forscher um den Nobelpreisträger Paul Greengard von der Rockefeller-Universität in New York im Fachmagazin "Nature".

Langzeiteffekt der Proteinblockade

Wie wichtig GSAP bei der Bildung der alzheimertypischen Verklumpungen ist, konnten die Wissenschaftler im Tierversuch zeigen: Sie blockierten die Bildung des Proteins im Gehirn von speziell gezüchteten Alzheimer-Mäusen. Als Folge dieser Behandlung ging auch die Entstehung der sogenannten Beta-Amyloide zurück, die für die Plaquebildung verantwortlich sind. Um auch Aussagen über den Langzeiteffekt der Proteinblockade zu treffen, wurden die Mäuse über sechs Monate hinweg untersucht. Ergebnis: Nach einem halben Jahr war die Plaquebildung um etwa 40 Prozent gesunken.

Medikamente, die das gefundene Protein blockieren, scheinen demnach ein erfolgversprechender Ansatz in der Alzheimer-Therapie zu sein. Das bereits in der Leukämie-Bekämpfung bewährte Imatinib bietet sich hier an, wie die Wissenschaftler bereits zeigen konnten. Ein letztes Problem beschäftigt sie allerdings noch: Bisher kann Imatinib die sogenannte Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden - der Wirkstoff dringt also nicht vom Blut zu den Nervenzellen im Gehirn vor.

Behandlung revolutionieren

Studienleiter Greengard ist jedoch zuversichtlich, dass sich dieses Problem lösen lässt. Er sieht in den dann möglichen Medikamenten großes Potenzial: "Die Entwicklung von Wirkstoffen, die eine Bildung von Plaques blockieren, könnte die Behandlungsmöglichkeiten von Alzheimer revolutionieren."

Quelle: DDP

 
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