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Bis zu 77 Todesfälle: Auch Deutsche an Chikungunya-Fieber erkrankt

zuletzt aktualisiert: 01.03.2006 - 07:06

Hamburg/Paris (rpo). Ein wenig von der Vogelgrippe in den Hintergrund gedrängt, macht derzeit noch eine andere Krankheit von sich Reden. Das so genannte Chikungunya-Fieber breitet sich weiter aus. Allein auf der französischen Insel La Réunion sind 160.000 Menschen infiziert. Auch sechs Deutsche wurden bereits positiv getestet.

Das Chikungunya-Fieber wird von Mücken übertragen.  Foto: AFP, AFP
Das Chikungunya-Fieber wird von Mücken übertragen. Foto: AFP, AFP

Sechs Patienten seien seit Juni vergangenen Jahres positiv auf die Erkrankung getestet worden, sagte eine Sprecherin des Bernhard-Nocht-Instituts (BNI) für Tropenmedizin am Dienstag in Hamburg. Sie hätten sich sicher in von der Krankheit betroffenen Regionen im Ausland infiziert.

Genauere Angaben konnte sie nicht machen. Es sei aber nicht überraschend, dass es angesichts des Auftretens der Krankheit in Tourismusgebieten auch in Deutschland Fälle der Erkrankung gebe. Das Fieber wütet derzeit vor allem auf der französischen Insel La Réunion im Indischen Ozean und wird von Mücken übertragen.

Das eigentlich als nicht lebensbedrohlich eingeschätzte Fieber wird auf La Réunion mit 77 Todesfällen in Verbindung gebracht. Frankreichs Gesundheitsminister Xavier Bertrand sagte am Dienstag, fünf davon hätten offenbar "keine andere Ursache" als Chikungunya.

Auch wenn Chikungunya eigentlich nicht tödlich sei, könne es bei jeder Infektion Komplikationen geben, sagte die BNI-Sprecherin. Bertrand sagte, bei 72 Fällen auf La Réunion sei zu vermuten, dass ohnehin gesundheitlich geschwächte Menschen von dem Virus befallen wurden und starben. Bei fünf Toten gebe es aber keine derartigen Anzeichen.

Auf La Réunion, wo das Fieber durch eine Mückenplage seit einem Jahr grassiert, gab es dem Minister zufolge bisher 160.000 Chikungunya-Fälle. Infizierte leiden teilweise wochen- oder monatelang an schweren Gelenk- und Gliederschmerzen. Chikungunya ist Kisuaheli und steht für "der gekrümmt Gehende".

Die BNI-Sprecherin riet Urlaubern in gefährdeten Regionen deshalb, sich konsequent gegen Mückenstiche zu schützen. Dazu gehören laut Reiseexperten lange Hosen und Oberteile, Mückennetze sowie Cremes oder Sprays.

Quelle: afp

 
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