Internationales Forscherteam: Auch Katzen können an Alzheimer erkranken
zuletzt aktualisiert: 07.12.2006 - 22:09Suffolk (RPO). Alzheimer kann auch bei alternden Katzen auftreten. Ein internationales Forscherteam hat in Gehirnen der Tiere Eiweiße gefunden, die die Demenzkrankheit auch beim Menschen verursachen. Betroffen waren Katzen, die älter als zehn Jahre waren.
Da Katzen ähnlich wie Menschen immer älter würden, steige auch das Risiko für eine Demenz bei diesen Tieren, erklärt Danielle Gunn-Moore von der Universität in Edinburgh. Die Tiermedizinerin beschreibt ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift "Journal of Feline Medicine and Surgery" (Bd. 8, S. 234).
Die Forscher untersuchten die Gehirne von 19 Katzen, von denen 17 schon zu Lebenszeiten Anzeichen von Demenz zeigten. Für die Untersuchung benutzten Gunn-Moore und ihr Team chemische Substanzen, die bei den gesuchten Proteinen eine bestimmte Immunreaktion hervorriefen. Daraufhin ändern diese Substanzen ihre Farbe.
Dadurch konnten die Wissenschaftler erkennen, ob und wo sich die Eiweiße angesammelt hatten. Sieben Katzen zeigten fortgeschrittene Ablagerungen eines Eiweißes, das beim Menschen die so genannten Plaques bildet. In zwei Katzenhirnen fanden die Forscher eine hohe Konzentration eines anderen Eiweißes, das sich bei Alzheimer-Patienten in den Nervenzellen bündelt und dadurch den Stoffwechsel stört.
Bereits zuvor hatten Forscher grießige Ablagerungen an den Gehirnzellen von Katzen gefunden, die Ähnlichkeit mit denen von Alzheimer-Patienten hatten. Die Studie von Gunn-Moore und ihrem Team belegt nun, dass es die gleichen Eiweiße sind wie beim Menschen, die bei älteren Katzen eine ähnliche Form von Alzheimer verursachen.
Katzen haben eine kürzere Lebensspanne, daher könne bei ihnen der Einfluss verschiedener Faktoren auf die Bildung von Ablagerungen einfacher studiert werden, schreibt Gunn-Moore. In weiteren Untersuchungen will das Forscherteam für Katzen wie auch Menschen neue Möglichkeiten der Behandlung von Alzheimer verfolgen. Katzenhaltern empfiehlt die Forscherin zur Vorbeugung für sich selbst und ihre Lieblinge eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und soziale wie geistige Stimulation.
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