Falsche Ernährung: Auf dem Kinderteller landen häufig Fertiggerichte
zuletzt aktualisiert: 31.10.2007 - 12:20Bonn (RPO). Tiefkühlpizzen, Dosensuppen oder Kartoffelknödel aus der Tüte - Fertiggerichte stehen bei den meisten Kindern und Jugendlichen in Deutschland regelmäßig auf dem Speiseplan. Das geht aus einer einer am Mittwoch veröffentlichten Untersuchung des der Universität Bonn angegliederten Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) hervor.
Die Forscher hatten in den vergangenen Jahren die Ernährungsgewohnheiten von rund 550 Kindern und Jugendlichen unter die Lupe genommen.
Das Ergebnis: Bei 86 Prozent von ihnen stand mindestens jeden dritten Tag ein Fertiggericht auf dem Tisch. Bei jedem fünften Kind landete sogar täglich mindestens eine Fertigmahlzeit auf dem Teller. Dabei ernährten sich Jungen häufiger von Tiefkühlpizza und Co. als Mädchen. Und generell griffen Jugendliche eher zur schnellen Mahlzeit aus dem Regal als kleinere Kinder.
"Im Prinzip ist es verständlich, dass diese Mahlzeiten bei uns so hoch im Kurs stehen", erklärt Mathilde Kersting vom FKE. "Convenience Food ist praktisch und spart Zeit."
Dennoch sieht die Expertin Fertiggerichte kritisch: "Die Produkte enthalten durchschnittlich deutlich mehr Fett und weniger Gemüse als aus unserer Sicht empfehlenswert ist. Zudem beinhalten sie oft Geschmacksverstärker."
Eine Folge: Die Kinder würden gewissermaßen auf einen Einheits-Geschmack eingenordet. "Essen, wie wir es empfehlen, hat es gegen diesen Standard dann schwer", erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. "Wir wissen aus Studien, dass Erfahrungen aus der Kindheit die Geschmacksvorlieben lange prägen können."
Dennoch raten die FKE-Forscher von Fertiggerichten nicht gänzlich ab. Sie empfehlen aber, die Produkte öfter mal ein wenig "aufzupeppen". "Sahne im Rezept lässt sich oft problemlos durch Milch ersetzen", betont Mathilde Kersting.
"Und wenn man eine Pizza mit frischem Gemüse belegt, schmeckt das sogar besser." Als Zwischenmahlzeit legen die Dortmunder Wissenschaftler Eltern und Kindern Obst ans Herz - gewissermaßen ein natürliches Fertiggericht.
Beim Pro-Kopf-Verzehr von Tiefkühlnahrung liegt Deutschland den Experten zufolge allerdings keineswegs an der Spitze, sondern im europäischen Mittelfeld.
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