kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

US-Genforscher Craig Venter: Auf dem Weg zu künstlichen Lebewesen

VON RAINER KURLEMANN - zuletzt aktualisiert: 24.01.2008 - 20:54

Washington (RPO). Der Mensch wird wohl bald in neue Bereiche der Schöpfung vorstoßen - er kann bald synthetisches Leben herstellen. Einer Gruppe von US-Wissenschaftlern ist es gelungen, das bisher größte künstliche Genom zu erzeugen. Dieses Erbgut aus der Retorte enthält vermutlich alle Funktionen, die für ein Bakterium zum Überleben notwendig sind. Kopf dieser Entwicklung ist der Amerikaner Craig Venter - der hat sich schon bei der Entschlüsselung unseres Erbguts einen Namen gemacht.

Craig Venter hat das menschliche Erbgut zuerst entschlüsselt.  Foto: RPO
Craig Venter hat das menschliche Erbgut zuerst entschlüsselt. Foto: RPO

Der nächste Schritt auf dem Weg zum künstlichen Leben ist jetzt der Einfachere: Die Gruppe will ihre Konstruktion in ein Bakteirum einschleusen und damit den Beweis antreten, dass die von ihnen geschaffene Spezies lebensfähig ist. Ob auch dieses Experiment erfolgreich sein kann, wird von vielen Experten bestritten. Aber das hat die Arbeit des US-Genpioniers Craig Venter immer begleitet - die Skepsis und der Zweifel am Erfolg.

Die Arbeitsgruppe legt Wert darauf, dass Hintergrund ihrer Forschung dabei weniger der Hang zum Frankenstein sei. Das Bakterium soll danach so aufgebaut werden, dass es Arzneimittelwirkstoffe oder  andere hilfreiche Substanzen erzeugt. Über die wriklichen Beweggründe lässt sich allerdings nur mutmaßen. Fest steht, dass Venter genau dieses Vorgehen vor einigen Jahren angekündigt hat. Schon damals wurde er belächelt, jetzt ist im der zweite von drei Schritten gelungen. Das bedeutet nicht, dass Venter mit seinem ehrgeizigen Plänen auch erfolgreich sein wird.       

Die Studie erscheint zunächst seriös. Immerhin nahm das US-Wissenschaftsmagazin "Science" die Publikation der Ergebnisse an.  Es sei die größte DNA-Struktur, die jemals von Menschen hergestellt wurde, heißt  es dort. Das eigentliche Ziel sei die Schaffung eines künstlichen Organismus, sagte der maßgebliche Autor der Studie, Dan Gibson. Dieser könnte dann für den Abbau von Giften und klimaschädlichem Kohlendioxid eingesetzt werden.

"Das ist ein begeisternder Fortschritt für unsere Wissenschaftler und unsere Disziplin", sagte Gibson. Mit der Herstellung eines Bakteriumgenoms sei die vorletzte Etappe auf dem Weg zur Schaffung künstlichen Lebens erreicht. "Gleichwohl arbeiten wir weiter auf das letztendliche Ziel hin, ein synthetisches Chromosom in eine Zelle einzusetzen und so die Schaffung des ersten künstlichen Organismus in Gang zu setzen", betonte Gibson in "Science". Die erste der drei Etappen auf dem Weg zu künstlichem Leben war dem Bericht zufolge erst im vergangenen Jahr erreicht worden, als das Einsetzen eines Genoms von einem Bakterium in ein anderes gelungen war.

Die US-Forscher stellten in einem chemischen Verfahren DNA-Bruchstücke von Mycoplasma genitalium her. Mithilfe einer neuen Methode gelang es ihnen, diese Einzelteile zusammenzusetzen und zu vervielfältigen. Gene, die für die biologische Funktion des Bakteriums unwichtig waren, wurden zur Vereinfachung des Prozesses weggelassen. Während ihrer fünf Jahre langen Forschung hatten die Wissenschaftler des Venter-Instituts das Bakterium Mycoplasma genitalium verwendet, das mit rund 580 Genen eines der kleinsten Zellgenome auf der Erde hat. Im Vergleich zum menschlichen Genom ist dies winzig: Dieses besteht aus etwa 36.000 Genen.

Künstlich geschaffene Bakterien könnten für wichtige Aufgaben wie die Herstellung von Bio-Treibstoff eingesetzt werden, führte der ebenfalls an der Studie beteiligte Wissenschaftler Hamilton Smith in dem Wissenschaftsmagazin aus. Außerdem könnten derartige Organismen gezielt eingesetzt werden, um das klimaschädliche Gas Kohlendioxid abzubauen oder giftige Abfälle unschädlich zu machen. Ein Erfolg der Forscher könnte nach ihrer Einschätzung also ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Klimawandels sein.

In der Wissenschaftswelt stieß die Studie auch auf Skepsis. So sagte der Molekularbiologe Eckard Wimmer von der New York University der Nachrichtenagentur AFP, nach der Herstellung eines künstlichen Genoms hätten die Wissenschaftler eigentlich auch gleich künstliches Leben schaffen können. Dass dieser letzte Schritt nicht erfolgt sei, spreche dafür, dass das hergestellte Genom nicht lebensfähig sei. Diese Möglichkeit hätten die Forscher am Ende ihrer Studie selbst eingeräumt mit dem Hinweis, dass das Genom "vielleicht nicht lebensfähig im Fall experimenteller Transplantationen" sei, unterstrich Wimmer. Helen Wallace von der Organisation GeneWatch in Großbritannien sagte AFP: "Venter ist nicht Gott... Er ist weit davon entfernt, Leben zu erschaffen."

Quelle: afp

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Fixierung von Patienten oft vermeidbar

Studie zu Pflegeheimen

Fixierung von Patienten oft vermeidbar

An das Bett gefesselt im Pflegeheim - für viele alte Menschen ist das keine Albtraumvorstellung sondern tägliche Realität. Eine Studie zeigt ... mehr 

Einmal im Jahr Blutdruck messen

Ab 50 Jahren

Einmal im Jahr Blutdruck messen

Bluthochdruck (Hypertonie) ist eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland. Nach Schätzungen haben hierzulande zwischen 18 und 35 Millio ... mehr 

mehr Gesundheit
Aus der Region

Ministerin nimmt Restaurants ins Visier

Aigner kritisiert zu große Portionen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Gefangen im Monster-Stau von Peking

In Chinas Hauptstadt gibt es nicht nur viele Menschen, sondern auch ziemlich viele Autos. Kein Wunder also, dass es dort immer wieder zu ... mehr 

Gesundheitsthemen
Bilderserien zu Gesundheit
Diese Medikamente gehören in die Reiseapotheke
Diese Medikamente gehören in die Reiseapotheke
Es kann jeden treffen. Man fährt in Urlaub .. mehr 
 
Diese Medikamente gehören in die Reiseapotheke
Diese Medikamente gehören in die Reiseapotheke
Es kann jeden treffen. Man fährt in Urlaub ..
mehr 
Wasserspender: Darauf sollte man vorher achten
Wasserspender: Darauf sollte man vorher achten
Ein Schluck Wasser kann es ganz schön in ..
mehr 
Das tut trockener und sensibler Haut gut
Das tut trockener und sensibler Haut gut
Trockene und sensible Haut ist ein weit verbreitetes Problem: Jeder Fü ..
mehr 
Was nicht in der Zutatenliste steht
Was nicht in der Zutatenliste steht
Für immer mehr Menschen wird es aus gesundheitlichen Gründen wichtig, ..
mehr 
 
Anzeige

Betreut.de

Unterstützung für jede Lebenslage

ECI Betreut.de Teaserbild

Egal ob Nachhilfe, Babysitter, Pflegedienst oder einfach jemand der sich bei Abwesenheit um die geliebten Vierbeiner kümmert. Mit Betreut.de finden Sie schnell und unkompliziert die richtige Betreuung für Ihre Liebsten. mehr 

MEHR
Deutsche geben immer mehr Geld für gesunde Lebensmittel aus. Betreiber von Bioläden und Supermärkte freuen sich.

Pestizide in Lebensmitteln

Paprika, Erdbeeren und Rucola belastet

Der Trend ist grundsätzlich positiv - der Anteil der Lebensmittel mit Rückständen von Pflanzenschutzmitteln sinkt. In 5,3 Prozent der Analysen fanden die Behörden Giftreste über dem Grenzwert. Nur 38 Prozent der Lebensmittel waren völlig sauber.     mehr

 

Elektronisches Hilfsmittel

E-Zigarette soll Entwöhnung erleichtern

 
 

Schwere Zeiten für Allergiker

2008 kommen viele Birkenpollen

 

Lebensmittelkennzeichnungen

Cola mit Warnhinweis

 
Top-Services