Kleine Milagros wohlauf: Baby mit Meerjungfrauen-Syndrom operiert
zuletzt aktualisiert: 02.06.2005 - 11:19Lima (rpo). Die 13 Monate alte Milagros Cerron hatte seit ihrer Geburt zusammengewachsene Beine. Die Kleine litt an dem dem seltenen, so genannten Meerjungfrauensyndrom. Jetzt konnten Ärtze in Peru die Beine in einer Operation trennen.
Die kleine Milagros befand sich am späten Mittwochabend in stabilem Zustand, war wach und nahm Flüssigkeiten auf, wie ihre Ärzte in Lima mitteilten.
Möglicherweise könne sie in zwei Jahren laufen lernen, sie habe jedoch noch viele weitere Operationen vor sich, sagte der leitende Chirurg Luis Rubio. Ein elfköpfiges Team hatte Milagros' Beine in der Nacht zum Mittwoch in einer viereinhalbstündigen Operation getrennt.
Die Kniegelenke des Mädchens könnten sich nun unabhängig voneinander bewegen, sagte Rubio 15 Stunden nach dem Eingriff. Milagros müsse noch drei weitere Tage auf der Intensivstation bleiben. Bei dem komplizierten Eingriff in der Nacht zum Mittwoch war ursprünglich geplant, die Beine nur vom Fuß bis zum Knie zu trennen. Wegen des günstigen Verlaufs konnten die Ärzte die Beine jedoch vollständig trennen.
Die Eltern der kleinen Milagros, deren Name "Wunder" bedeutet, verfolgten den Eingriff auf einem Fernsehmonitor. Die Familie war kurz nach der Geburt des Mädchens am 27. April 2004 aus ihrem entlegenen Anden-Dorf in die Hauptstadt gekommen, um Hilfe zu suchen.
Das Kind litt an Sirenomelie, dem seltenen, so genannten Meerjungfrauensyndrom, bei dem die Beine vom Becken bis zur Fußsohle zusammengewachsen sind. Die Krankheit tritt durchschnittlich ein Mal bei 70.000 Geburten auf. Nach Angaben von Rubio wurde vor Milagros erst einmal eine Sirenomelie-Patientin erfolgreich operiert, eine 16 Jahre alte Amerikanerin.
Mit seinen 6,7 Kilogramm und einer Körperlänge von 62 Zentimetern ist Milagros deutlich kleiner als andere Babys ihres Alters. Geistig ist sie jedoch voll entwickelt und hat mit ihren strahlenden Augen die Ärzte und auch die Öffentlichkeit in Peru für sich eingenommen.
Sie muss noch weitere Operation auf sich nehmen, unter anderem weil ihr Darm, ihr Harnleiter und ihre Vagina alle in dieselbe Öffnung münden, was schon häufig Harnweginfektionen ausgelöst hat. Ferner sind die Nieren des Mädchens nur unzureichend entwickelt.
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