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Neuer Impfstoff: Bandwürmern geht's an den Kragen

zuletzt aktualisiert: 14.07.2005 - 14:27

London (rpo). Einem weiteren Parasiten droht das Karriereende: Australische Forscher haben einen Impfstoff gegen den Schweinebandwurm entwickelt. Der Wirkstoff aktiviert das Immunsystem des Schweins als Zwischenwirt, so dass dort die Bandwurmlarven abgetötet werden.

Laut Stiftung Warentest lieferten nur ein Drittel der Verfahren positive Ergebnisse.  Foto: ddp, ddp
Laut Stiftung Warentest lieferten nur ein Drittel der Verfahren positive Ergebnisse. Foto: ddp, ddp

Damit könnten rund 50.000 Menschen in den Entwicklungsländern vor dem Tod gerettet werden, schätzen die Wissenschaftler von der Universität Melbourne.

In ersten Versuchen an 30 Schweinen lag der Schutz vor einer Infektion bei nahezu 100 Prozent, berichtet das Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (16. Juli, S. 17).

Von der Infektion mit dem Schweinefinnenbandwurm sind weltweit Millionen von Menschen in Afrika, Südamerika und Asien betroffen. Auch in den USA werden jährlich rund 1.000 neue Fälle gemeldet. Durch die Ausscheidungen von mit dem Bandwurm befallenen Menschen oder Schweinen gelangen die Eier in die Umwelt und können von dort aus wieder aufgenommen werden. Die Eier entwickeln sich zu Larven, die sich in Organen wie den Augen oder dem Gehirn ansiedeln und dort im Extremfall zur tödlichen Gefahr werden können.

Wie die Forscher berichten, basiert der Impfstoff auf zwei Proteinen des Parasiten. Die Schweine bilden Antikörper gegen diese Eiweiße und können den Parasiten abwehren, wenn er auftaucht. Erste Versuche an 30 Schweinen in Mexiko, Peru, Kamerun und Honduras zeigten eine Wirksamkeit von 99 bis 100 Prozent. Bislang müssen die Schweine zweimal in einem Abstand von einem Monat geimpft werden, um einen Immunschutz für mehrere Monate zu erhalten. Die Forscher hoffen, mit besseren Methoden die Immunabwehr lebenslang zu aktivieren.

Prinzipiell müsste der Impfstoff auch beim Menschen wirken, berichten die Wissenschaftler. Doch würde eine solche Anwendung einen erheblich höheren Prüfungsaufwand erfordern. Daher sprechen sie sich dafür aus, mit bereits etablierten Medikamenten den Bandwurm im Menschen zu behandeln und mit dem neuen Impfstoff den Lebenszyklus des Parasiten schon im Larvenstadium beim Schwein zu unterbrechen.

Quelle: afp

 
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