Vorsicht bei Sushi: Bandwurm in Importfischen
zuletzt aktualisiert: 25.11.2004 - 10:55Stuttgart (rpo). Importfische aus dem Nordwesten Russlands, dem Baltikum oder Skandinavien sind häufig mit dem Fischbandwurm infiziert. In Deutschland ist der Parasit nahezu ausgerottet, sagte Thomas Regnath, Mikrobiologe an der Freien Universität Berlin gegenüber der "Deutschen Medizinische Wochenschrift". Auch in ferneren Regionen wie Alaska, Nordamerika, Kanada, Afrika, Ostasien, Papua-Neuguinea und Südamerika sei der Wurm verbreitet. Dort vor allem im Fleisch der Raubfische wie Forelle, Barsch und Hecht.
"In Nordamerika hat die Sushi-Welle zu einem vermehrten Auftreten von Fischbandwurminfektionen geführt", warnt Regnath. Infektionsgefahr bestehe beim Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fisch. Die Infektion kann nach Angaben des Mikrobiologen Jahre bis Jahrzehnte lang unbemerkt bleiben, denn die Beschwerden sind häufig unspezifisch: Völlegefühl, Appetitlosigkeit und Schmerzen bei nüchternem Magen.
Häufig macht sich die Infektion durch einen Vitaminmangel bemerkbar. Der Fischbandwurm kann vermehrt Vitamin-B12 aufnehmen, das dem menschlichen Organismus dann zur Bildung von roten Blutkörperchen fehlt. Die Folge ist eine besondere Form der Blutarmut. Die Behandlung ist laut Regnath einfach. In über 90 Prozent der Fälle kann der Fischbandwurm durch die einmalige Einnahme eines Wurmmittels (Praziquantel) abgetötet werden.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum




