Demenz-Risiko bei Vielgehern geringer: Bewegung im Alter hält den Geist fit
zuletzt aktualisiert: 23.09.2004 - 10:43Chicago (rpo). Im Alter halten Spaziergänge nicht nur den Körper fit, sondern auch den Geist. Eine amerikanische Studie hat ergeben, dass bei "Vielgehern" das Risiko, an Demenz zu erkranken, wesentlich geringer ist als bei Menschen, die weniger als 1,5 Kilometer am Tag zurücklegen.
Das haben amerikanische Forscher in einer Studie an Männern und in einer Untersuchung an Frauen nachgewiesen. Wie das Laufen den Verfall im Gehirn bremst, sei aber noch unklar, berichten die Forscher im Fachmagazin "JAMA" (Bd. 292, S. 1447 und S. 1454).
Wissenschaftler um Robert Abbott von der Universität von Virginia hatten von 1991 bis 1993 die Laufgewohnheiten von 2 257 körperlich gesunden Männern im Alter von 71 bis 93 Jahren beobachtet. Später untersuchten sie den Geisteszustand der Männer neurologisch, einmal 1994 und 1999. In 158 Fällen diagnostizierten die Mediziner Demenz. Für Männer, die weniger als 400 Meter pro Tag zu Fuß gingen, war eine Erkrankung etwa doppelt so wahrscheinlich wie für Männer, die mehr als drei Kilometer täglich zurücklegten. Senioren, die zwischen 400 Meter und 1,5 Kilometern am Tag spazierten, hatten noch ein 71 Prozent höheres Risiko als die Vielgeher.
"Diese Beobachtung lässt sich wahrscheinlich auf ein lebenslanges Verhaltensmuster zurückführen", erklärt Abbott. Aktive Menschen leben gewöhnlich gesünder und ernähren sich besser als inaktive. Diese Faktoren könnten zusammenwirken und die Vitalität und den Gesundheitszustand des Gehirns bestimmen.
Auch bei älteren Frauen wirkt sich Bewegung positiv auf den Geisteszustand aus. Das zeigt eine weitere, im Fachmagazin "JAMA" veröffentlichte Studie. Forscher um Jennifer Weuve von der Harvard-Universität in Boston hatten die Merkfähigkeit von über 18 000 Frauen im Alter von 70 bis 81 Jahren mit Fragebögen und Telefoninterviews über mehrere Jahre verfolgt. Frauen, die mehr als 90 Minuten pro Woche spazierten, schnitten hierbei besser ab als solche, die sich in der Woche nur halb so lange bewegten.
Demenz ist eine Alterserkrankung, an der 8 bis 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahre leiden. Prinzipiell kann sie durch alle Veränderungen des Gehirns hervorgerufen werden. Als häufigste Ursache gilt die Alzheimer-Krankheit, bei der die Nervenzellen des Gehirns langsam absterben.
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