Öko-Produkte sind mehr als pesizidfrei: Bioprodukte: Wann ist wirklich "Bio" drin?
VON ANJA WUNSCH - zuletzt aktualisiert: 29.09.2004 - 16:23Düsseldorf (rpo). Pestizide in Trauben, Antibiotika im Fleisch, immer wieder gibt es neue Warnmeldungen. Da wird mancher überlegen, ob er nicht lieber etwas mehr Geld für Bioprodukte ausgeben soll. Doch ist auch wirklich überall Bio drin wo Bio draufsteht?
Eine ungespritzte Zitrone ist nicht automatisch ein Bio-Produkt. Öko-Bauern düngen mit eigenen Mist. Sie verwenden Arten, die widerstandsfähig gegen Schädlinge sind. Sie pflanzen nicht nur Mais oder nur Kartoffeln an, sondern wechseln die Feldfrüchte. Ihr Vieh füttern sie nach Möglichkeit mit selbst angebautem Futter.
Die Mindeststandards für Öko-Landbau sind in der EG-Öko-Verordnung festgelegt. Staatlich anerkannte Kontrollstellen überprüfen die Landwirte mindestens einmal im Jahr. Nur Lebensmittel, die mindestens diesen Standards entsprechen, dürfen sich "Bio" oder "Öko" nennen.
Ausgenommen sind allerdings Markennamen von Lebensmitteln, die schon "Bio" im Namen trugen, bevor die Verordnung in Kraft trat. Sie dürfen sich noch bis zum Jahr 2006 so nennen, auch wenn sie nicht biologisch erzeugt wurden. Das ist beispielsweise bei Bioghurt, Biofit oder Bioreform der Fall.
Hilfe bietet da das staatliche Bio-Siegel, das nur die nach EG-Öko-Verordnung hergestellten Lebensmittel tragen dürfen. Allerdings nutzen nicht alle Hersteller dieses Logo. Die Bio-Anbauverbände, die nach strengeren Kriterien wirtschaften, wie beispielsweise Demeter, Bioland oder Naturland, verwenden lieber ihr eigenes Logo.
Wer sicher sein will, dass tatsächlich Bio im Einkaufskorb landet, kann sich bei diesen Produkten an der Codenummer der zuständigen Öko-Kontrollstelle orientieren, mit der alle Bioprodukte versehen sein müssen. In Deutschland fängt dieser Code immer mit "DE" für Deutschland an: DE-0XX-Öko-Kontrollstelle. Die beiden XX stehen für die Nummer der Kontrollstelle.
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