Tumor bei Moderatorin Miriam Pielhau: Brustkrebs bei jungen Frauen äußerst selten
VON KERSTIN JANSEN - zuletzt aktualisiert: 05.04.2008 - 13:36Düsseldorf (RPO). Diagnose: Brustkrebs. Wie die TV-Moderatorin Miriam Pielhau erkranken in Deutschland jährlich über 57.000 Frauen an einem Tumor in der Brust. Damit ist es die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Aber nur selten sind die Betroffenen so jung.
Miriam Pielhau ist erst 32 Jahre alt. Sie hatte einen Knoten in der Brust ertastet und muss nun operiert werden. Ihre Heilungschancen stehen aber gut, sagte Pielhau der "Bild"-Zeitung. Bis zur Operation werde sie weiter für die Sendung "Big Brother" als Moderatorin vor der Kamera stehen.
Brustkrebs mit 32: ein Einzelfall oder trifft es immer öfter auch junge Frauen? "Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise", sagt Dr. Alexander Katalinic vom Institut für Krebsepidemiologie an der Uniklinik Lübeck. "Die Anzahl der Brustkrebserkrankungen bei Frauen unter 40 Jahren ist in den letzten Jahren nahezu stabil. Aber solche Fälle werden einfach stärker wahrgenommen." In der Altersgruppe zwischen 15 und 34 Jahren liegt die Zahl der Neuerkrankungen in der Bevölkerung statistisch gesehen bei nur etwa 0,01 Prozent. Die Diagnose trifft die meisten Frauen mit durchschnittlich 63 Jahren.
Todesfälle gehen leicht zurück
Generell steigt die Zahl der Fälle in Deutschland seit 1980 aber immer weiter an, wie aus einem Bericht des Robert-Koch-Instituts und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister hervorgeht. Seit den 90er Jahren ist die Todesrate dagegen leicht gesunken. Das Risiko der Tumor-Patientinnen zu sterben, liegt um 20 Prozent höher als das gesunder Frauen.
Als Risikofaktoren für Brustkrebs gelten demnach unter anderem eine frühe erste Regelblutung, Kinderlosigkeit, der späte Eintritt in die Wechseljahre, Übergewicht oder Bewegungsmangel. Auch die Einnahme der Pille erhöht das Risiko geringfügig. Insbesondere Frauen, bei denen nahe Verwandte an Brustkrebs erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko.
Das wichtigste Mittel im Kampf gegen Brustkrebs ist die Früherkennung. Wird ein Tumor rechtzeitig entdeckt, steigen die Heilungschancen deutlich. Häufig sind es die Frauen selbst, die einen Knoten in der Brust ertasten – wie bei Miriam Pielhau. Auch der Frauenarzt führt diese Untersuchung regelmäßig durch. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Abtasten laut Katalinic aber erst ab 30 Jahren.
Früherkennung erhöht Heilungschancen
Für Frauen zwischen 50 und 60 Jahren wird derzeit ein flächendeckendes Mammographie-Screening eingeführt. Sie werden dabei reihenweise geröngt. Jüngeren Frauen könne man aber nicht pauschal zu einer Mammographie raten, sagt Krebsexperte Katalinic. Deren Bindegewebe sei für Strahlen besonders sensibel. "Es ist vollkommen unklar, ob man nicht mehr Schaden anrichtet, als dass es nützt", so Katalinic. Bei älteren Frauen sei der Nutzen dagegen nachgewiesen.
Maßnahmen zur Früherkennung sollten Frauen immer individuell mit ihrem Gynäkologen absprechen, rät Katalinic. Untersuchungen wie genetische Tests oder Ultraschall seien "nur im Einzelfall" sinnvoll. Auch die Entwicklung eines Impfstoffs, an dem Wissenschaftler in Österreich forschen, sei noch "sehr weit entfernt". Ein schwacher Trost: die meisten Frauen in Deutschland sterben nicht an Brustkrebs, sondern an Herz-/Kreislauferkrankungen.
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