Einstiegsalter sinkt immer weiter: Deutschland hat ein Alkoholproblem
zuletzt aktualisiert: 11.06.2007 - 12:53Köln (RPO). Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, schlägt Alarm: Nach ihrer Einschätzung hat Deutschland ein erhebliches Alkoholproblem. Ein Pro-Kopf-Konsum von 10,3 Litern "mittlerem reinen Alkohol" sei einfach zu viel, monierte die SPD-Politikern im Vorfeld einer bundesweiten Aktionswoche gegen Alkoholmissbrauch. Zudem sinke das Einstiegsalter immer weiter.
"Zu viele Menschen trinken einfach zu viel und zu regelmäßig Alkohol", sagte Bätzing am Montag im WDR. Ein Pro-Kopf-Konsum von 10,3 Litern "mittlerem reinen Alkohol" sei einfach zu viel, betonte die Drogenbeauftragte.
Sie forderte gerade auch von Erwachsenen einen verantwortungsbewussteren Umgang mit Alkohol: "Ich sollte wirklich mal überlegen, ob ich jeden Abend mein Bier, meinen Wein trinken oder ob ich vielleicht bei jeder Party Alkohol trinken soll", sagte Bätzing. Zurzeit seien Erwachsene nur schlechte Vorbilder für die Jugendlichen.
Deren Einstiegsalter für Alkohol sinke immer weiter, und sie tendierten insbesondere auf so genannten Flatrate-Party zu exzessivem Trinkverhalten. Schuld daran sei neben dem meist problemlosen Zugang zu alkoholischen Getränken auch eine gewisse Verharmlosung der Alltagdroge Alkohol durch die Erwachsenen, kritisierte Bätzing.
Die von der Drogenbeauftragten und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung initiierte "Suchtwoche" bietet vom 14. bis 18. Juni zahlreiche Diskussionen, Vorträge und Aktionen rund um das Thema Alkohol. Möglich ist auch ein Online-Selbsttest, mit dem die eigenen Trinkgewohnheiten kritisch überprüft werden können.
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