Diät vermeidet Durchfall durch Antibiotika
zuletzt aktualisiert: 01.10.2004 - 04:25Stuttgart (rpo). Wer Antibiotika einnehmen muss, sollte am besten Diät halten. Das empfiehlt Professor Emil Reisinger von der Universität Rostock im Fachblatt "Deutsche Medizinische Wochenschrift". Nahrungsmittel mit hohem Gehalt an schlecht verdaulichen Kohlehydraten wie sie häufig in Früchten enthalten sind, sollten dann gemieden werden. Auch von Süßstoffen mit Fruchtzucker oder Sorbitol sowie von Karotten, Kohl, Bohnen und anderen faserreichen Nahrungsmitteln rät der Internist ab. Sonst könnte der Versuch, sich begleitend zu einer Antibiotikabehandlung besonders gesund - mit viel Obst und Ballaststoffen - zu ernähren, buchstäblich "nach hinten" losgehen, warnt Reisinger.
Da Antibiotika nicht zwischen Krankheitserregern und den normalen Darmbakterien unterscheiden können, erleben viele Menschen unter diesen Medikamenten eine Veränderung des Stuhlgangs. Die Ursache ist in den wenigsten Fällen eine Besiedlung des Darms mit resistenten Keimen, wie vielfach angenommen wird. Nach Darstellung von Reisinger sind die Stuhlveränderungen in der Regel die Folge der fehlenden Bakterientätigkeit im Darm.
Die "normalen" Darmbewohner bauen nämlich Kohlehydrate ab, nehmen Fettsäuren auf und verändern die Gallensäuren im Darm. Fehlen diese Bakterien, binden nicht verdaute Kohlehydrate Wasser, das infolge der Gallensäuren vermehrt vom Dickdarm freigesetzt wird. Dies führt dann zu vermehrten Stuhlgängen.
Wenn es allerdings zu mehr als drei weichen oder flüssigen Stühlen pro Tag kommt, könnte doch eine Infektion mit resistenten Krankheitserregern vorliegen. In diesem Fall muss die Diarrhö nach Angaben des Mediziners unter Umständen durch die Gabe bestimmter weiterer Antibiotika behandelt werden.
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