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Neuer Forschungsbericht: Die Evolution macht Frauen dicker und kleiner

zuletzt aktualisiert: 20.10.2009 - 15:27

Washington (RPO). Wohin entwickelt sich die Menschheit? Auf diese Frage wollen US-Forscher nun eine Antwort gefunden haben. Zumindest für die weibliche Bevölkerung. Frauen werden in Zukunft dicker und kleiner sein, dafür aber ein gesünderes Herz-Kreislauf-System besitzen, so die Forscher.

Auch werden Frauen ihr erstes Kind etwas früher bekommen, während die Wechseljahre später einsetzen. Gezogen haben die Wissenschaftler diese Schlussfolgerungen aus der Analyse der Daten von über 2200 Frauen, die in der sogenannten Framingham-Studie seit gut 60 Jahren gesammelt werden.

Ihr Fazit: Die Evolution des Menschen und der Einfluss der natürlichen Selektion sind keineswegs zum Stillstand gekommen, sondern wirken nach wie vor auf die Menschheit ein. Stephen Stearns von der Yale University und seine Kollegen stellen ihre Arbeit im Fachmagazin "PNAS" vor.

Aufgrund der enormen Fortschritte der modernen Medizin in den vergangenen Jahren spekulieren Wissenschaftler immer wieder darüber, ob die Evolution des Menschen tatsächlich noch voranschreitet. Ihre Begründung: Früher führten Krankheiten dazu, dass die Betroffenen nicht überlebten und sich folglich auch nicht fortpflanzen konnten. Dadurch hatten Gesunde einen Vorteil und ihre Gene konnten sich besser durchsetzen.

Heute überleben jedoch viele Menschen die früher tödlichen Erkrankungen, so dass der Effekt zumindest abgeschwächt sein müsste. Stearns und seine Kollegen waren jedoch anderer Ansicht: Auch wenn die natürliche Selektion heute nicht mehr das Überleben beeinflusst, könnte sie doch nach wie vor einen Einfluss auf die Fortpflanzungsrate haben, so ihre These. Besonders gut an das heutige Leben angepasste Frauen sollten dementsprechend mehr Kinder haben, so dass sich die vorteilhaften Eigenschaften nach und nach in der Bevölkerung durchsetzen müssten.

Um das zu testen, benutzten die Wissenschaftler die Daten der Framingham-Studie, in der seit 1948 Informationen zu Gesundheit und Lebensstil von Bewohnern der Kleinstadt Framingham in Massachusetts gesammelt werden. Mittlerweile sind bei vielen Familien sogar mehrere Generationen erfasst. Bei der Analyse suchten die Forscher nach Eigenschaften, die vor allem bei kinderreichen Frauen vorkamen - und wurden fündig: Im Schnitt waren diese Frauen etwas kleiner, kräftiger gebaut, hatten einen niedrigeren Cholesterinspiegel und einen niedrigeren Blutdruck. Zudem war ihre fruchtbare Lebensphase länger als die schlankerer, größerer Frauen.

Sollte sich dieser Trend für weitere zehn Generationen fortsetzen, wären Frauen im 24. beziehungsweise 25. Jahrhundert im Schnitt zwei Zentimeter kleiner und ein Kilogramm schwerer als heute. Ihr erstes Kind käme fünf Monate früher und ihre Wechseljahre setzten zehn Monate später ein. Mit einer solchen Evolutionsgeschwindigkeit läge der Mensch übrigens vollkommen im Durchschnitt: Auch bei den meisten Tieren und Pflanzen schreitet die Entwicklung nicht schneller fort.

Quelle: DDP/jre

 
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