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Langzeitstudie: Die Jugend raucht und kifft weniger

VON GREGOR MAYNTZ - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012 - 20:04

Berlin (RP). Die Jugendlichen rauchen heute weniger als ihre Altersgenossen vor zehn Jahren, und sie greifen auch seltener zum Alkohol oder zum Joint. Das ist der jüngste positive Befund einer Langzeitstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Die Studie hat nur einen Schönheitsfehler: Das Rauschtrinken ist bei jungen Erwachsenen immer noch deutlich zu hoch. 40 Prozent schießen sich mehr oder weniger regelmäßig mit Spirituosen regelrecht ab, und im Jahresvergleich ist der Alkoholkonsum bei ihnen sogar gestiegen.

Ansonsten hat sich das Bild seit dem Beginn der Studie über den Drogentrend von jungen Menschen zwischen zwölf und 25 in Deutschland radikal gewandelt. Von den jungen Erwachsenen rauchten 1973 genau 63 Prozent. Heute sind es nur noch knapp 37 Prozent. Bei den Jugendlichen sind es statt 30,2 nur noch 11,7. Den größten Schwung bekam die Bewegung weg von der Kippe in den letzten zehn Jahren. Anfang des Jahrtausends griffen noch über 27 Prozent zur Fluppe. Bei ihnen ist heute dagegen "Rauchen wirklich out", wie Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans gestern angesichts der erfreulichen Zahlen feststellte.

Beim Rauchen gibt es offenbar noch einen Zusammenhang mit dem sozialen und schulischen Umfeld. An Hauptschulen gebe es mehr Raucher unter den Kindern und Jugendlichen als an den Realschulen, und am wenigsten werde an Gymnasien gepafft. Das Erfreulichste an diesen Beobachtungen: Wer es geschafft habe, bis 18 nicht mit dem Rauchen zu beginnen, der habe gute Chancen, sein Leben lang rauchfrei zu bleiben, erläuterte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Nach diesen Erwartungen werden Raucher in den nächsten Jahren zu einer immer weiter schrumpfenden Minderheit.

Ähnliche Entwicklungen zeichnen sich beim Cannabis ab. Bei den Jugendlichen sank der Anteil der Probierer binnen zehn Jahren von über zehn auf unter fünf Prozent und der der regelmäßigen Konsumenten von 1,6 auf 0,8 Prozent.

Die positiven Trends führen die Experten auch auf die gezielt auf bestimmte Altersgruppen ausgerichteten Aufklärungsaktionen zurück. Da sich trotzdem immer noch 42 Prozent der jungen Erwachsenen und 15 Prozent der Jugendlichen mindestens einmal im Monat die Kante geben, will Pott hier nachsteuern. Dafür braucht sie freilich auch mehr Geld. Derzeit bekommt sie vom Staat jährlich acht und von den privaten Krankenversicherern weitere zehn Millionen für die Suchtprävention. Die gute Nachricht: Es scheint zu wirken.

Quelle: RP/jre


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