Foto: AFP
Noch immer gibt es viele Fragen und Sorgen hinsichtlich der EHEC-Erkrankungen - in Bezug auf die Gesundheit, aber auch auf die Wirtschaft. Wir zeigen, was Experten derzeit empfehlen.
Foto: AFP
Was kann ich noch essen, was nicht?
Sprossen sind als Erregerquelle identifiziert, deshalb warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung vor ihrem Verzehr. Die Warnung vor Gurken, Tomaten und Gemüse wird dagegen aufgehoben. Gemüse sollte aber gründlich gewaschen, besser noch geschält werden. Das Robert-Koch-Institut rät außerdem dazu, Lebensmittel mindestens zehn Minuten lang auf 70 Grad zu erhitzen. Das gilt auch für Fleisch.
Foto: AFP
Ist der Verzehr von Obst ebenfalls gefährlich? Nein, bisher gebe es keinen Anhaltspunkt, dass auch Obst mit dem EHEC-Erreger infiziert ist, teilte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums in NRW mit. Dies liege wahrscheinlich an der unterschiedlichen Art der Bewässerung. Das möglicherweise mit dem EHEC-Erreger infizierte Wasser wird direkt auf das Gemüse gespritzt, während bei Obst das Wasser nicht direkt an die Frucht, sondern an die Wurzel der Bäume gegeben wird. So gelangt der Erreger meist nicht an die Frucht.
Foto: AFP
Wie schützen die nordrhein-westfälischen Landwirte ihr Gemüse? Mittlerweile verwendet ein Großteil der Landwirte in NRW nur noch Grundwasser zur Bewässerung der Felder. "Im Gegensatz zu dem Wasser aus Rückhaltebecken kann das Grundwasser nach derzeitiger Erkenntnis nicht kontaminiert sein, da es zu lange dauert, bis der EHEC-Erreger ins Grundwasser gelangt", teilte ein Sprecher des NRW-Verbraucherschutzministeriums mit. "Vorher stirbt der Erreger ab."
Foto: AFP
Wie sehr leidet die Lebensmittelbranche unter der anhaltenden Epidemie? Der Lebensmittel-Einzelhandel klagt über Umsatzeinbußen bei Obst und Gemüse zwischen 30 und 40 Prozent, heißt es beim Handelsverband Deutschland. Der Gemüsekonzern Bonduelle hat für die beiden deutschen Salatwerke in Straelen am Niederrhein und Reutlingen Kurzarbeit angemeldet, wie unsere Redaktion erfuhr. Damit reagiere das Unternehmen auf die Zurückhaltung bei der Bestellung und dem Kauf von Salaten. Betroffen sind 70 Mitarbeiter in Reutlingen und 100 in Straelen.
Foto: AFP
Wie groß ist der wirtschaftliche Schaden der Landwirte? Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, sagt, dass die EHEC-Epidemie die Gemüsebaubetriebe "in die schwerste Krise seit Tschernobyl" getrieben habe. Den bisherigen Umsatzverlust beziffert er mit rund 50 Millionen Euro. Allein im Rheinland liege der Schaden der Obst- und Gemüsebauern bei zwei Millionen Euro pro Woche, sagte Christoph Nagelschmitz, Präsident des Provinzialverbandes Rheinischer Obst- und Gemüsebauern (Bonn).
Foto: AFP
Sind die Bauern mit den angekündigten Entschädigungsleistungen der EU zufrieden? Nein. Die 30 Millionen Euro seien "keine Diskussionsgrundlage", sagte Nagelschmitz. Die Landwirte hätten "ernste Existenzsorgen". Mit den Mitteln könnten nur rund 30 Prozent der Umsatzausfälle ausgeglichen werden.