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Super-Spürsinn: Erforscht: Menschennase hat Hunde-Qualitäten

zuletzt aktualisiert: 18.12.2006 - 14:45

London (RPO). Hunde werden wegen ihres sprichwörtlichen Spürsinns genutzt. Dass das menschliche Riechorgan ähnliche Qualitäten besitzt, haben jetzt US-Forscher herausgefunden. Außerdem sind Menschennasen sehr lernfähig.

Menschen können ähnlich wie Hunde Duftspuren schnüffelnd verfolgen. Sie könnten demnach deutlich besser riechen, als man es ihnen bislang zugetraut hatte. Das haben amerikanische Forscher bei einer Studie mit 32 Freiwilligen nachgewiesen. Dabei orteten Probanden die Quelle des Geruchs, indem sie die Geruchsinformationen aus den beiden Nasenlöchern verglichen.

Die Spürhundqualitäten hätten durch Training sogar noch verbessert werden können, berichten Jess Porter von der Universität von Kalifornien in Berkeley und ihre Kollegen in der Fachzeitschrift "Nature Neuroscience".

Manipulierbar und lernfähig

In ihrer Studie bedienten sich die Forscher eines besonderen Versuchstieres: des Menschen. Der kann komplexeren Anweisungen relativ leicht folgen und lässt sich auch manipulieren, was Hunden beispielsweise nicht so gut gefällt.

Um zu testen, ob Menschen wie Hunde überhaupt Geruchsquellen lokalisieren können, legten die Forscher eine etwa zehn Meter lange Duftspur aus und baten 32 Freiwillige, dieser Fährte zu folgen. Damit die Versuchspersonen nur ihren Geruchssinn benutzten, mussten sie Augenbinde, Ohrstöpsel und dicke Handschuhe tragen. Trotzdem schafften es zwei Drittel von ihnen in weniger als sieben Minuten bis zum Ziel.

Durch dreitägiges Training, währenddessen die Aufgabe neunmal wiederholt wurde, konnten vier ausgewählte Versuchspersonen ihre Leistungen sogar noch verbessern: Sie schafften die Aufgabe doppelt so schnell wie zuvor und wichen auch weniger von der Duftspur ab.

Die Fährte verfolgten die menschlichen Versuchskaninchen mit derselben Strategie wie ihre tierischen Verwandten, zeigte die Auswertung: Sie spürten dem Geruch in einem Zickzackmuster nach.

Je schneller sie dabei wurden, desto höher stieg auch ihre Schnüffelfrequenz - eine Strategie, mit der nach Ansicht der Wissenschaftler auch Hunde als Hochleistungsschnüffler viele Duftmoleküle in die Nase bekommen.

Beide Nasenlöcher werden gebraucht

Weitere Untersuchungen zeigten den Forschern außerdem, wie die Probanden die Gerüche orteten: Jedes Nasenloch zog Duftmoleküle aus verschiedenen Regionen ein, die ungefähr 3,5 Zentimeter auseinander liegen.Wurde den Versuchspersonen ein Nasenloch zugeklebt oder die erschnüffelte Luft durch einen Nasenaufsatz künstlich zusammengeführt, konnten sie ihre Aufgabe nicht mehr so gut erfüllen - sie wurden langsamer und ungenauer. Demnach werden bei der Duftwahrnehmung ähnlich wie beim Hören die Informationen aus zwei Richtungen verglichen und auf diese Weise die Position der Quelle bestimmt, erklären die Forscher.

Der menschliche Geruchssinn habe seinen schlechten Ruf also zu Unrecht, resümieren die Autoren. Er werde wohl deswegen unterschätzt, weil die Menschen ihre Geruchsfähigkeiten im Alltag kaum ausschöpfen, und nicht, weil der Sinn so viel schlechter geworden sei.

Quelle: afp

 
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