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Studie: Erkältung macht dick

zuletzt aktualisiert: 21.08.2007 - 08:31

Boston (RPO). "Hatschi!" - und schon wieder ein paar Gramm zugelegt. US-Forscher haben einen weiteren Hinweis darauf gefunden, dass ein normales Erkältungsvirus zu Übergewicht und Fettleibigkeit führen kann.

Hantavirus: Wissenschaftler gehen wegen der unspezifischen Symptomatik von einer hohen Dunkelziffer aus.  Foto: ddp, ddp
Hantavirus: Wissenschaftler gehen wegen der unspezifischen Symptomatik von einer hohen Dunkelziffer aus. Foto: ddp, ddp

Im Labor veranlasst der Erreger Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe dazu, sich in ungewöhnlich große Fettzellen zu verwandeln. Bei einer Infektion mit dem Virus namens AD-36 scheinen sich daher sowohl mehr als auch größere Fettzellen zu bilden als ohne den Erreger, erklären die Wissenschaftler.

Die Ergebnisse bestätigen den bereits in früheren Studien gezeigten Zusammenhang zwischen AD-36 und Übergewicht. Wie groß der Einfluss des Virus tatsächlich ist, müsse jedoch noch genauer untersucht werden - schließlich entwickelt nicht jeder Infizierte Fettleibigkeit. Über die Entdeckung des Teams berichtete Magdalena Pasarica von der Louisiana State University auf dem Jahrestreffen der American Chemical Society in Boston.

AD-36 gehört zur Familie der Adenoviren und verursacht normalerweise Entzündungen in den Atemwegen oder in den Augen. Bereits in mehreren Studien fanden Wissenschaftler jedoch Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Erreger und Übergewicht.

So sind Infektionen mit AD-36 etwa bei übergewichtigen Menschen fast dreimal so häufig wie bei schlanken. Außerdem entwickeln im Labor sowohl Hühner als auch Mäuse und Affen Fettleibigkeit, wenn sie mit dem Virus infiziert werden. Wie die Viren die Bildung des überschüssigen Fettgewebes auslösen, war bislang allerdings unklar.

In der neuen Studie infizierten die Wissenschaftler nun Stammzellen aus menschlichem Fettgewebe - gewonnen bei Fettabsaugungen - mit AD-36 und beobachteten, ob sie sich anders entwickelten als unbehandelte Zellen. Das Ergebnis: Während sich die unbehandelten Stammzellen nicht veränderten, verwandelten sich die infizierten Zellen in die Vorläufer von Fettzellen und lagerten zudem noch überdurchschnittlich schnell Fette ein. Verantwortlich für diesen Effekt war ein Virus-Gen namens E4Orf1, konnten die Forscher außerdem zeigen.

Dieses Gen könnte ein vielversprechender Ansatzpunkt für die Entwicklung einer Impfung oder einer Therapie gegen die fettfördernde Wirkung von AD-36 sein, glauben die Forscher. Sie geben allerdings zu bedenken, dass eine solche Impfung kein Allheilmittel gegen Übergewicht sein wird, da das Virus wohl nur in einigen Fällen an der Entwicklung von Fettleibigkeit beteiligt ist. Als nächstes wollen sie nun untersuchen, warum nicht alle Infektionen mit AD-36 zu Übergewicht führen und welche Faktoren manche Menschen empfänglich für diese Wirkung des Virus machen.

Quelle: afp2

 
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