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  Foto: AFP, AFP
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Forderung der Drogenbeauftragten: Erstattung für Anti-Raucher-Medikamente?

zuletzt aktualisiert: 28.12.2012 - 15:52

Berlin (RPO). Nach dem Willen der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sollen die Kosten für Raucherentwöhnungs-Medikamente zukünftig durch die Krankenkassen übernommen werden. Mechthild Dychmann (FDP) sieht darin einen Kostenvorteil.

"Die Kassen haben schließlich selbst einen großen Vorteil, wenn ein Versicherter mit dem Rauchen aufhört", sagte sie der "Berliner Zeitung". Sie sollten neben der ärztlichen Tabakentwöhnungsbehandlung daher künftig auch Medikamente bezahlen, die die Nikotin-Sucht unterdrückten.

Es gibt verschiedene Arzneimittel, die Rauchern bei der Tabak-Entwöhnung helfen sollen. Dazu gehören frei verkäufliche Hilfsmittel wie Nikotinkaugummis oder -pflaster, aber auch rezeptpflichtige Spezialwirkstoffe, die von Ärzten verordnet werden müssen. Dyckmans nannte keine Einzelheiten dazu, ob ihr eine Erstattung für sämtliche Medikamente oder nur für bestimmte Gruppen vorschwebt.

Kosten dürfen nicht übernommen werden

In Deutschland ist gesetzlich geregelt, dass Krankenkassen Medikamente für die Raucherentwöhnung nicht bezahlen dürfen. Sie gelten wie Appetitzügler oder das bei Erektionsstörungen eingesetzte Viagra als Arzneimittel zur Verbesserung der privaten Lebensführung, deren Kosten nicht auf alle Versicherten umgelegt werden. Eine Kostenerstattung setze eine Gesetzesänderung voraus, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums am Freitag in Berlin. Ein offizieller Vorschlag dazu liege seinem Haus bislang allerdings nicht vor.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) erklärte am Freitag, die Entwöhnung werde im Rahmen des Gesundheitssystems durch psychologische Beratung sowie Ernährungs- und Bewegungsmaßnahmen unterstützt. Medikamente gehörten generell nicht zu einem solchen Konzept, weil sie hinauszögern oder sogar verhindern könnten, dass sich ein Raucher mit seiner Sucht auseinandersetze. "Damit aus einem Raucher ein Nichtraucher wird, muss sich sein Verhalten ändern", betonte der Verband.
Entsprechende Maßnahmen würden daher gefördert.

Quelle: AFP/anch
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