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Fast eine Million Menschen in Deutschland ist von Essstörungen betroffen. Fettsucht ist gefährlich, aber noch gefährlicher ist der krankhafte Abnehmwahn. Warum hungern Menschen sich beinahe zu Tode und was kann man dagegen tun?
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Forscher haben herausgefunden, dass der Hang zu Magersucht oder Bulimie in vielen Fällen in den Genen liegt. Auch junge Männer sind zunehmend betroffen. Dramatischer Gewichtsverlust, das offene und heimliche Auslassen von Mahlzeiten, der Zwang, sich mit der eigenen Figur zu beschäftigen - all das sind erste Hinweise auf das Vorliegen einer Essstörung.
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Obwohl es oftmals vermutet wird, liegt meist nicht äußerer Druck z.B. durch die Eltern zugrunde. Die jungen Menschen setzen sich selbst einem immensen Druck aus. Manche Nahrungsmittel stufen sie als verboten ein und ekeln sich sogar davor - immer aus Angst, dick zu sein oder zu werden. Auch extremer Sport und Rauchen sind ein Hinweis auf eine Essstörung.
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Der Weg zur Waage wird zum Zwang. Dennoch verstecken Betroffene sich hinter weiter Kleidung. Heimlichkeiten und Lügen werden zum Bestandteil des Alltags und über allem schwebt die Frage: Was darf ich essen und was nicht?
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Für Angehörige ist es oft schwer, die fließenden Grenzen zwischen Diät und Wahn ausmachen zu können. Mit einer Diät fängt es meistens an, aber dann hört es nicht mehr auf.
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Ein realitätsfremdes Schönheitsideal ist oft der Grund für Essstörungen. Die Wahrnehmung junger Menschen wird vor allem durch die Medien zunehmend verzerrt. Sie sind ohnehin oft schon Perfektionisten und zeigen auch keine Einsicht in ihre Probleme.
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Störungen des Essverhaltens gehen oft einher mit anderen psychischen Störungen wie Depressionen, Zwangsneurosen oder Angstzuständen.
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Viele junge Menschen hungern bis zum Exzess und leiden damit unter Magersucht (Anorexie). Weiter verbreitet ist die Ess-Brech-Sucht, die Bulimie. Auf heftige Fressattacken folgt zwanghaftes Übergeben.
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Medikamente helfen im Gegensatz zu Depressionen kaum bei Essstörungen. Der Stoffwechsel ist bereits so gestört, dass eine vollkommen falsche Wahrnehmung vom eigenen Körper entsteht. So fühlen Betroffene sich noch zu dick, wenn sie bereits kurz vor dem Hungertod stehen.
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Besorgniserregend ist die Sterblichkeit. 10 Prozent aller Betroffenen sterben an Essstörungen, andere müssen mit bleibenden körperlichen Schäden rechnen, wenn nicht eingegriffen wird. Muskeln werden schwächer, Haare werden dünn und spröde, das Herz wird schwach und die Kranken frieren ständig.
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Bei Magersüchtigen ist der Serotoninhaushalt im Gehirn gestört. Man kann ihnen oftmals die Krankheit auch ansehen. Nägel werden brüchig, die Haut trocknet aus, die Nieren könnten durch Flüssigkeitsmangel versagen.
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Die Knochen erhalten zu wenig Kalzium und könnten ebenfalls brüchig werden. Auch auf die Verdauung hat die Essstörung Auswirkungen, der Darm wird träge und neigt zu Verstopfung. Auch der Hormonhaushalt leidet - in Extremfällen bis zur Unfruchtbarkeit.
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Aber was kann man tun? Wachsam sein. Die Betroffenen brauchen unbedingt ärztliche Hilfe, bestenfalls in Spezialkliniken. Die Familie muss hinter ihnen stehen und deutlich machen, dass die Kranken mit ihrem Problem nicht allein sind.
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Eine Psychotherapie ist das einzige Hilfsmittel. Erster Schritt: nicht weiter abnehmen. Zweiter Schritt: kontinuierlich zunehmen und gesundes Essen wieder erlernen. Und zuguterletzt muss eine Korrektur des eigenen Körperbildes erfolgen, so dass der Betroffene sich wieder im Spiegel ansehen und zufrieden sein kann.
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Viele Informationen stellt die
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur Verfügung. Dort gibt es auch Adressen von Ansprechpartnern.