Haltungsschäden drohen: Experte: Schulranzen oft zu schwer gepackt
zuletzt aktualisiert: 16.09.2003 - 15:47Gütersloh (rpo). Mediziner schlagen Alarm. Die Ranzen vieler Schüler seien oftmals viel zu schwer, so die Experten. "Die Eltern müssten öfter daran denken, nicht benötigte Bücher, Hefte oder auch den beliebten Gameboy nebst Sportsachen abends wieder aus dem Schultornister heraus zu nehmen."
Das sagte am Dienstag der Orthopäde Martin Bauer in Gütersloh der dpa. Bauer ist Leitender Oberarzt am Krankenhaus für Sportverletzte Hellersen in Lüdenscheid, einer Klinik des Landessportbundes. Am Dienstag war erster Schultag für die Erstklässler in Nordrhein- Westfalen.
Zu schwer gepackte Ranzen können nach Ansicht Bauers langfristig zu Haltungsschäden führen. "Kinder, die häufig zu schwere Lasten tragen, laufen Gefahr, als Erwachsene Rückenschmerzen zu bekommen, wie wir in unseren Ambulanzen sehen."
Außerdem könnten sich schwere Tornister negativ auf die schulische Leistung des Kindes auswirken. "Wenn die Wirbelsäule der Kinder überlastet wird, kostet das natürlich Energie - Energie, die dann bei der Konzentration im Unterricht fehlt", sagte der Arzt.
Als Faustregel für das Gewicht, das ein Kind tragen sollte, gibt Bauer folgende Faustregel vor: Zehn Prozent des Körpergewichts als Last sind das Optimum. Das heißt, ein 45 Kilogramm schweres Kind darf Lasten bis zu 4,5 Kilogramm tragen.
Das Krankenhaus für Sportverletzte habe erstmals in einer Studie für den Gemeindeunfallversicherungs-Verband Westfalen-Lippe die Gültigkeit dieser Regel bestätigen können.
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