EU-Gesundheitsminister: Förderung von Kinder-Arzneien beschlossen
zuletzt aktualisiert: 10.03.2006 - 12:38Brüssel (rpo). Die medizinische Versorgung von Kindern soll sicherer werden. Die EU-Gesundheitsminister haben am Freitag in Brüssel mit großer Mehrheit eine Verodnung beschlossen, nach der neue Medikamente gezielt für Kinder entwickelt werden sollen. Zudem sollen bereits zugelassene Arzneimittel auf ihre Wirkung bei jungen Patienten getestet werden.
Getestete Präparate werden in der EU künftig mit einem eigenen Symbol gekennzeichnet. Derzeit sind nach EU-Angaben mehr als die Hälfte der an Kinder verabreichten Arzneimittel nicht eigens für die Verwendung bei ihnen zugelassen. Bei der Neuzulassung von Medikamenten soll es nun Pflicht werden, auch die Bekömmlichkeit für Kinder zu prüfen. Ausnahmen sollen je nach Anwendungsgebiet des Medikaments aber möglich sein. Dies gilt etwa für Alzheimer-Präparate, die nie für junge Patienten in Frage kommen. Polen lehnte die Neuregelung ab, weil die Regierung Preiserhöhungen befürchtet.
Verlängerter Patentschutz
Hauptanreiz für die Entwicklung neuer Arzneimittel für Kinder soll ein um sechs Monate längerer Patentschutz sein. Zudem soll auch die Forschung über die Wirkungen von Medikamenten auf Kinder besonders gefördert werden. Europaabgeordnete hatten in der Vergangenheit von dramatischen Situationen gesprochen, weil viele Medikamente nicht für Kinder zugelassen sind. Ärzte könnten einerseits haftbar gemacht werden, wenn sie die Medikamente trotzdem einsetzen und es zu Nebenwirkungen kommt. Andererseits seien Ärzte schon wegen unterlassener Hilfeleistung verurteilt worden, wenn sie Medikamente wegen fehlender Zulassung für Kinder nicht verordneten.
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