Durchbruch: Forscher entdecken Brustkrebs-Ursache
zuletzt aktualisiert: 10.04.2007 - 12:59Hamburg (RPO). Wissenschaftlern vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist in der Brustkrebs-Forschung ein wichtiger Durchbruch gelungen. Die Forscher haben die Ursache für die Entstehung der Krankheit entdeckt.
Damit ist künftig möglicherweise eine sicherere Brustkrebs-Diagnose sowie eine bessere Behandlung einer bestimmten Art dieser Erkrankung möglich, wie das Klinikum am Dienstag mitteilte.
Bereits seit langem ist bekannt, dass krankhafte Vermehrungen von Genen bei der Entstehung von Brustkrebs eine Rolle spielen. Durch Untersuchungen an Gewebeproben von mehr als 2000 Brustkrebs-Patientinnen fanden die Forscher nun heraus, dass in mehr als 20 Prozent der Fälle eine Veränderung des Gens ESR1 vorliegt.
Dies scheint eine der frühesten Genveränderungen bei Brustkrebs zu sein, da sie sogar in noch gutartigen Veränderungen des Brustgewebes, also in Krebsvorstufen, nachgewiesen werden konnte.
Durch das Gen ESR1 wird ein Eiweiß codiert, das das weibliche Geschlechtshormon Östrogen bindet. Die übermäßige Bildung dieses so genannten Östrogen-Rezeptors ist eine der wichtigsten bekannten Ursachen für die Entstehung von Brustkrebs - und derzeit das bedeutendste Angriffsziel der medikamentösen Therapie.
In einer zweiten Studie werteten die Wissenschaftler deshalb die Daten und Gewebeproben von 175 Brustkrebs-Patientinnen aus, die mit dem gegen den Östrogen-Rezeptor gerichteten Wirkstoff Tamoxifen behandelt worden waren. Sie stellten fest, dass Patientinnen, bei denen der übermäßigen Bildung des Östrogen-Rezeptors eine ESR1-Genveränderung zugrunde lag, besonders gut auf die Therapie ansprachen.
Wenn sich die Daten bei weiteren Studien mit Patientinnen bestätigen sollten, könnte die Untersuchung auf eine Östrogen-Rezeptor-Genveränderung nach Angaben der Forscher "zur Standarduntersuchung bei jedem neu entdeckten Brustkrebs werden". Zudem könnte der Nachweis einer solchen Genveränderung in gutartigen Gewebeveränderungen ein erstes Indiz für eine beginnende Krebserkrankung sein. Damit würde eine frühzeitigere, gezieltere und effektivere Therapie ermöglicht, so die Hoffnung der Wissenschaftler.
In Deutschland erkranken jährlich mehr als 55.000 Frauen an Brustkrebs. Die Forschungsergebnisse wurden bereits in der Online-Ausgabe der internationalen Fachzeitschrift "Nature Genetics" veröffentlicht.
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