Foto: Thomé Flora, Gera
In Deutschland breitet sich expolosionsartig das giftige Jakobskreuzkraut aus. Es wächst wild auf Wiesen und Weiden, an Bahngleisen und auch am Straßenrand. Der Verzehr kann böse Folgen haben, selbst bei kleinsten Mengen.
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Wie gefährlich ist das Jakobskreuzkraut?
Das Gift des Krauts kann im menschlichen Organismus schwerwiegende Schäden verursachen, bis hin zur Todesfolge. Schon in minimalen Dosen kann es Leberkrebs bewirken.
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Wie wirkt das Gift?
Das Gefährliche am Jakobskreuzkraut sind die so genannten Pyrrolizidinalkaloide, bei Pharmazeuten abgekürzt als PA. Der Begriff umschreibt die Stoffe, mit denen sich Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Sie sind als solche nicht giftig, wohl aber, wenn sie in den Stoffwechsel gelangen. Die Abbauprodukte der Alkaloide verwandeln sich so im menschlichen und tierischen Organismus in Gift, das zuerst das Lebergewebe angreift.
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Wie viel Gift ist tödlich?
Es reichen 40 bis 80 Gramm der Pflanze im Futter pro Kilogramm Körpergewicht, um ein Pferd zu töten.
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Wo wuchert es?
Weil sich das Kraut aber derzeit explosionsartig ausbreitet, drängt Wiedenfeld zu handeln. "Das steht auf der Kippe", sagt der Pharmazeut. Er fordert ein bundeseinheitliches Vorgehen gegen das giftige Jakobskreuzkraut und eine Meldepflicht wie in der Schweiz und Großbritannien. Dass das giftige Kraut sich überhaupt so rasant ausbreitet, hat der Mensch übrigens selbst verursacht. Das, was jetzt an Bahngleisen und am Straßenrand wuchert, wurde gezielt ausgesät, um brach liegende Flächen zu begrünen. Das bis zu einem Meter hoch wachsende Jakobskreuzkraut ist mit seinen leuchtend gelben Blüten nett anzusehen.
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Sind Menschen gefährdet?
Noch gibt es keine stichhaltigen Beweise, die die Befürchtung erhärten würden von Helmut Wiedenfeld vom Pharmazeutischen Institut Bonn. Wohl aber Indizien. Das Bonner Institut untersucht derzeit, ob und wie die Stoffe in die Nahrungsmittelkette gelangen können. Im Falle von Milch gibt es Hinweise. Bei Honig wurde es bereits nachgewiesen. Jetzt geht es um zahlreiche Details. Zu welcher Jahreszeit ist das Kraut am giftigsten? Wie viel davon gelangt in den Organismus? Was davon kommt beim Menschen an?
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Erster Todesfall
Aufgeschreckt hat im Mai 2009 der Fall eines toten Säuglings in Baden-Württemberg. Seine Mutter hatte in der Schwangerschaft große Mengen von Gesundheitstee zu sich genommen, berichtete das pharmazeutische Institut Bonn. Das Kind verstarb wenige Tage nach der Geburt. Leberversagen. Auch die Inhaltsstoffe im Tee waren mit PA belastet.